Schon seit 2005 wandert der aus Jena stammende Produzent Douglas Greed auf elektronischen Pfaden. Und trotz dieser neunjährigen Karriere ist das nun auf dem Berliner Label erscheinende “Driven” erst Greeds zweites Album – wieder einmal ein Indiz dafür, dass die House-Szene im weitesten Sinne nicht auf Longplayer ausgelegt ist. Wie Douglas Greed mit dieser Tendenz umgeht? Ganz einfach: Er verlässt die ausgetrampelten Tech-House-Wege und macht es sich auf einer Kreuzung zwischen tanzbaren Tracks und chilligen Pop-Nümmerchen bequem.
Der titelgebende Song “Driven” ist ein Paradebeispiel für eine langsame, gut gemachte Sofa-Nummer: Nichts, wozu man euphorisch durch den Club hüpft, sondern vielmehr der Soundtrack zu einem Sonntagnachmittag auf dem heimischen Balkon. In die gleiche entspannte Kerbe schlagen “Further” und “Long Distance Swimmer”. Aber Douglas Greed ist ja nicht ohne Grund ein Kind des Freude am Tanzen-Kollektivs. Mit Tracks wie dem groovigen “Hurricane”, dem in Richtung UK-Garage schielenden “Fire” und dem knisternden, treibenden “Hush” kann man ohne schlechtes Gewissen die Open Air-Floors des Sommers beschallen.
Douglas Greed hat sich seine Schneise zwischen House und Pop geschlagen und kommt auf diesem Weg erstaunlich gut vorwärts. “Driven” ist zwar kein Meisterwerk, zeigt aber dass der Jenaer auch nach knapp einem Jahrzehnt des kreativen Schaffens seine Daseinsberechtigung hat. Wer sich zusätzlich noch von den DJ-Künsten Douglas Greed überzeugen möchte, bekommt auch dazu die Gelegenheit: Am 30. April könnt ihr im Rahmen des Kommt Zusammen Festivals Hamburg mit ihm und Acts wie Dapayk, The Micronaut oder Joney im Uebel & Gefährlich in den Mai tanzen. (mu)
