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    Chor des Monats: Februar

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    By Nils on 1. März 2015 Allgemein, Chor des Monats, Konzert-Tipps

    Als Concert-news – RedakteurIn hat man es nicht leicht: Monat für Monat muss man zur Chorprobe, sich durch die Clubs wühlen, Künstler ansehen, Musik genießen. Nicht selten auch noch mit einem alkoholischen Kaltgetränk in der Hand und in angenehmer Gesellschaft anderer musikliebender Menschen. Und wofür all die Pein? Damit wir ihn euch präsentieren können, den Chor des Monats! So auch im Februar 2015:

    Philip Selway (c) Ulrich Steinhoff*** Philip Selway (5.2., Knust): Wie sich das wohl anfühlt, wenn man gewöhnlich vor 10.000en Zuschauern spielt und dann in Hamburg vor knapp 150 steht? Egal, Radiohead-Drummer Philip Selway bot den Anwesenden ein Set aus Songs des zweiten Soloalbums “Weatherhouse” und einigen komplett umarrangierten Tracks seines Debuts. Auf der Bühne dabei: Singende Säge, Geige und Vibraphon und im Vorprogramm der tolle Eaves. Zwischendurch nahm Selway freundlich Kontakt zu den Besuchern auf und liess sich von einer aufwendigen Lightshow bestrahlen, während er nach der Show bereitwillig Merchandise signierte und zum Plauschen bereit stand. Ein echter Superstar zum Anfassen und ein sehr guter Konzertabend. (nsc) *** Ham.Lit mit Rakede, Joco, Der Bürgermeister der Nacht (5.2., Ue&G) Rakede. Irgendwie hip-hoppig aber dann doch zuviel Bläsergetue und auf Dauer eintöniger Gesang. Viel toller und passender dann die Schwestern Joco, himmelsgleiche Stimmen am Mini-Schlagzeug mit Gitarre und Keyboard, mehr! Der Bürgermeister bespielt zum Ende charmant elektronisch-punkig-deutsch die letzten Gebliebenen im Terrace Hill, Ihr habt was verpasst. Wie ein früherer Donnerstag im Pudel, großartig. (tk) *** The Subways (7.2., Große Freiheit 36): Alles wie immer, alles wie immer großartig. Ausverkaufte Große Freiheit 36, grandiose Live-Band, Billy auf dem Balkon und auf dem Publikum und am Ende nur strahlende Gesichter. Vor und auf der Bühne. (mf) *** Danko Jones (7.2., Rock Café St. Pauli) Der Herr lässt zur Clubtour bitten. Die Zunge bleibt drin und der gut durchdachte und leidenschaftlich präsentierte Danko-Beat geht direkt in Beine und Rockerherzen. Das Bier fliesst in Strömen, der Drumstick wurde an den lautesten Fan verschenkt, alle waren schwitzig. Wunderbar. (tk)

    Wanda / Bild : (c) Nils Schlueter*** Wanda (8.2., Molotow): Nach monatelanger Wartezeit endlich im hohen Norden. Ursprünglich für die fix ausverkaufte Astra Stube angedacht, war auch das Molotow viel zu klein für die Österreicher, die uns Amore in die Stadt brachten und auch Songs vom zweiten, für September geplanten, Album vorstellten. “Luzia” zweimal eingefordert und gespielt, Texte euphorisch mit in die Luft gestreckter Faust mitgesungen. Wir waren dabei, demnächst dann wohl nur noch auf den großen Bühnen und Festivals, in Hamburg leider erst wieder im Spätsommer. (nsc) *** Alt-J (9.2., Alsterdorfer Sporthalle) Hipster im Publikum, saucoole Menschen auf der Bühne, noch coolerer Sound. Alt-J versprechen viel, halten einiges, spielen “Mathilda” schon auf der Hälfte und bleiben kaum 1,5h auf der Bühne. Trotzdem überraschend schön in der gar nicht schönen Sporthalle und die Hipster formen keine Herzen mit den erhobenen Händen sondern Dreiecke – ach, tschuldigung, Omegas in Großbuchstaben. (eh) *** Dropkick Murphys (10.2., Sporthalle): Wenn man sich mal auf die kommunizierten Anfangszeiten verlassen könnte, würde das ein Konzerterlebnis echt verbessern. Bryan McPherson bis auf zwei Songs verpasst. Schade, aber es kamen ja noch drei Bands. Blood Or Whisky und The Mahones waren so geil wie erwartet und haben einen starken Einheizer-Job erledigt. Die Murphys mussten nur noch loslegen. Und das haben sie. Murphys-Konzerte sind Parties. Laute, lebensfrohe Parties, die man als braver Mittelschichtler betritt und als rauhbeiniger, betrunkener Working-Class-Man verlässt. (ds) *** Kejnu (10.02. Astrastube) Die Schweizer Band Kejnu stellte in der Astrastube die verträumten Klangwelten des neuen Album “Centillion” vor. Ein schwelgerischer Mix aus Electronica und Postrock, der sich durch die wohl dichteste Nebelwand in der Geschichte der Astrastube kämpfen musste. Freunde von Radiohead oder The Notwist sollten diese Band im Auge behalten (tr). *** The Afghan Whigs (11.02., Gruenspan): Nach der exkl. Clubshow letzten Sommer in Berlin kam Greg Dulli mit seinen wiederbelebten und wiedererstarkten Afghan Whigs nun für eine exkl. Clubshow nach Hamburg. Und das, obwohl Dulli sich in einem Interview bei den Kollegen der Visions doch mal so negativ über Hamburg geäußert hatte, weil zu seinen Konzerten (gemeint war insbesondere das letzte Konzert im Knust der Twilight Singers) immer viel zu wenig Besucher kommen würden. Nun denn, was interessiert mich das Geschwätz von gestern – zum Glück. Und so war die Band dann auch in der Tat recht gut aufgelegt und spielte ein tolles Set aus alten “Hits” und den neuen Songs des großartiges Albums “Do To The Beast”. Gut und gerne 18 Jahre nach ihrem letzten Hamburg-Konzert, haben die Afghan Whigs endlich wieder alle glücklich gemacht. Nun hoffen wir mal, dass sich Dulli als nächstes Projekt wieder den Gutter Twins zuwendet. (kw) *** The Afghan Whigs (11.2., Gruenspan) Da ist er wieder. Greg Dulli. Endlich wieder im Kreise der alten Band. Er kommt auf die Bühne und macht alle schwach. Präsenz wie nur wenige. Sowohl alte als neue Fans kommen auf ihre Kosten. Zum Abschied Across 110th Street mit dieser Stimme, alle gehen strahlend und manche schmachtend nach Hause. (tk)

    Gaz Coombes*** Gaz Coombes (13.2., Rock Cafe St Pauli): Der ehemalige Supergrass-Frontmann lieferte hier, wie nebenbei, eines der besten Konzerte des Monats ab, verließ sich dabei fast ausnahmslos auf das Material seiner beiden Soloalben, wechselte zwischen Piano und diversen Gitarren, umspielt von einer prima Band.. Herz, was willst Du mehr? Richtig: Eine Supergrass-Zugabe. Und die gabs am Schluss und Solo: Moving. Ganz großer Abend! (nsc) *** Ry X (14.2., Uebel & Gefährlich): Das letzte Mal hatte Ry X noch in der intimeren Prinzenbar gespielt und freute sich sichtlich, das gespannte, zahlreiche Publikum im Bunker zu sehen. Mit einem Schlagzeuger, einem Keyboarder und einer Backgroundsängerin performt er die – wenigen – Songs, die natürlich vor allem von Ry’s atemberaubender Stimme leben, routiniert und konzentriert. Nach einer knappen Stunde entlässt die Band uns mit “Howlin” in die Nacht. Insgesamt hätte das Konzert ein wenig mehr Spannung und Kreativität, oder auch: Live-Attitüde, vertragen. (jb) *** Still in Search (14.02., Turtur): In diesem Jahr passiert einiges bei den Hamburgern Still in Search, zum Beispiel vermehrt Clubkonzerte. An diesem schönen Abend im Wilhelmsburger Turtur gab es die Livepremiere einiger toller, neuer Songs des sympathischen Trios zu hören, das sich so ganz langsam, heimlich, still und leise und laut zu einem der besten Bühnenacts der Stadt mausert. Mehr folgt schon bald, stay tuned. (nsc) *** Malky (15.2., Molotow) Soul, Pop und unendlich viel Charme, der das (ziemlich weibliche) Hamburger Publikum selbst an einem Sonntagabend zum kontinuierlichen Mitklatschen und -singe animierte – Malky haben ihre Hausaufgaben gemacht. (mu) *** Mark Lanegan (16.02., Uebel & Gefährlich): Zu Beginn knipst jemand ein bisschen Licht an, das sich für die nächsten gut 70min in seiner Dunkelheit nicht verändern wird. Die Band spielt routiniert ihr Set runter, das per Graben von der Bühne getrennte Publikum nickt brav mit dem Kopf und klatscht artig nach den Songs. Mark Lanegan steht unbeweglich in der Mitte und singt. Man kann nicht sagen, es wäre irgendwas schlecht an diesem Abend, der Sound ist gut, die Band ebenso. Und doch schreit alles nach Routine. Interaktion und Spontanität scheinen Fremdwörter zu sein. Am Ende kündigt der Gitarrist an, dass Mark in 15 Minuten am Merch-Stand stehen wird. Dort gibt es allen ernstes eine “Signing Line”. Ein seltsamer Abend. (nsc) *** Mark Lanegan (16.02., Uebel & Gefährlich): Natürlich kann und will und darf man dem alten Brummbär nichts Schlechtes wollen. Aber das letzte Album Phantom Radio taugt einfach nicht viel. Ja, is ja gut.. natürlich in Relation zu den Vorgängern gemeint. Die neuen Songs wirken leider oftmals aufgrund der vielen Synthies irgendwie nicht wie von Lanegan. Und so war das Konzert mit all den grandiosen Songs aus der Schaffenszeit von ihm auch wie immer spitzenmäßig, inkl. Gänsehautmomenten, nur die neuen Songs wirkten einfach fehlplatziert. Komm doch demnächst mal wieder nur solo, Dark Mark! Wir freuen uns drauf. (kw)

    Bring the Mourning on / Bild : (c) Ulrich Steinhoff*** Bring the Mourning on (20.02., Music Star, Norderstedt): Jeder Besuch im kleinen Music Star in Norderstedt ist ein kleiner Trip in eine andere Welt, denn wo sonst hält sich ein Verein bitte einen Liveclub? Und der ist dazu auch noch mit hervorragender Licht- und Tonanlage ausgestattet. An diesem Abend also die Schweden von Bring the Mourning on, die ihren Indie-Folk souverän über die Bühne brachten. Doch kann mir bitte mal jemand erklären, wie man als Band so wenig Freude & Spaß für seine eigene Musik ausstrahlen kann? (nsc) *** Feine Sahne Fischfilet (20.2., Uebel & Gefährlich) Die audiolithschen Anarcho-Punks luden zur zweiten Hamburg-Sause und verdammt, was war das großartig. Euphorie bei den Massen, Konfetti von oben und 90 Minuten aber wunderbarste Lieder von heute und damals. Nächste Station Sporthalle? Ich geh mit! (mf) *** Kiesza (23.2., Große Freiheit 36) Organisiert von einer neuen Moilitäts-App gab die kanadische Pop-Hoffnung Kiesza ein Geheimkonzert. Wenn man sich diesen Promo-Rahmen wegdenkt, konnte man hautnah erleben, dass die 90s endgültig zurück sind. Und eine tolle Stimme hat die Frau auch noch. (mu)

    Lydmor / Bild : (c) Ulrich Steinhoff*** Lydmor (24.2., Volt): Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, sollte Jenny Rossander, aka Lydmor, ihren Bekanntheitsgrad in diesem Jahr um einiges steigern. Einen Einblick in das kommende zweite Album der (u.a.) Alle Farben-Kollaborateurin aus Kopenhagen, gab dieser erste Abend im neuen Volt-Club, der einmal mehr zeigte: Die Sängerin, Songschreiberin und Produzentin ist nicht nur eine Rampensau, sondern hat vor allem Talent im Überfluss und schenkt ihren Elektro-Pop-Tracks Melodien, Haken und Geräuschkollagen, das einem nur so das Herz hüpft. (nsc) *** Team me (25.2., Knust): Das Sechsköpfige-Indie-Orchester in fröhlicher Spielfreude, eine hübsch im Dschungellook gestylte Bühne, ein mittelmäßig agiles Publikum. Die neuen Songs live fast noch ein bisschen besser, da eben doch ein wenig im Sounddesign entschlackt und am Ende steht ein Drittel der Band klatschnass im Publikum und skandiert “With my hands covering both of my eyes, I am too scared to have a look at you now”. Groß! (nsc) Carl Barat and the Jackals

    *** Carl Barí¢t & the Jackals (26.2., Knust): Am Ende bleibt ein Schweiß- und Bier-gebadetes Publikum zurück: Carl Barí¢t hatte zuvor mit seinen Jackals einen beeindruckenden Querschnitt durch das Schaffen all seiner Bands & Projekte (Solo, Carl Barí¢t & the Jackals, Dirty Pretty Things und natürlich The Libertines) abgeliefert. Energetisch und druckvoll, samt pogendem Publikum, endet der Abend in einer furiosen Version des Libertines-Songs “I get along” (Was man durchaus als Message deuten darf) mit anschliessender Bierdusche durch Carl von der Bühne aus. (nsc) Vimes / Bild : (c) Thomas Raich*** Vimes (27.02., Prinzenbar): Köln-Abend in der Prinzenbar. Zunächst Xul Zolar, die ihrem tollen Hit “Hex” leider nur wenig neues hinzufügen können. Klingt alles nett, aber zu gleich. Anders die Vimes: Diese überzeugen nicht nur durch die Singles “Ential” und natürlich “Celestial”, sondern haben auch sonst noch eine menge Songs in petto, die einen auf das Album vorfreuen lassen können. (nsc) *** Mantar (27.2., Molotow) Lange erwartet im heißgeliebten Club. Erwartungen vom Doom-Metal-Brett mit der Wucht eines Nashorns werden erfüllt. Sound leider nur mittig bestens, dafür vorne umsonst Bier von der Band. Die Vorband Serpent Eaters nervenaufreibend mit giftigem Geschrei-Gesang. (tk)

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