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Im. Bus. Schlüssel: Tonbandgerät

Wenn Tonbandgerät am Sonnabend (14. Dezember, Große Freiheit 36, wenige Restkarten) ihr Jahr 2013 (fast) abschließen, ist auch für uns Zeit, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen. Von der Astrastube über exklusiv intime Wohnzimmerkonzerte bis zu Auftritten vor Tausenden Besuchern unter der Festivalsonne. Fast auf den Tag genau vier Jahre ist es übrigens her, dass wir es einmal mehr „natürlich schon immer wussten“. Ob im Tourblog zur laufenden Konzertestrecke oder im dazugehörigen Tourbus: Wo man die jungen Vier trifft, ist eine vom Erdboden abgelöste positive Grundierung meist nicht weit. Was sich auch am aktuellen Bandbus-Mixtape spiegelt, das wir hier einfach mal frecherweise, und von der Band selbst kommentiert, angefordert haben. Fühlt euch eingeladen, ein paar Kilometer mitzukommen.

„Mit Iggy & The German Kids haben wir in Travemünde und Hannover gespielt und danach den Song  „So Hard“ einige Zeit im Tourbus gehört und gefeiert.“ erzählen Tonbandgerät uns eingangs. Dass der Song so vordergründig erst mal gar nicht zur extensiven Ausgelassenheit passen will, ist für den Hörer schon ein willkommener Kontrapunkt, dem sogleich das unfaßbar gut abgehangene und rätselhafte  HMBC – „Vo Mello bis ge Schoppornou“ folgt. „Den Song hatten wir bereits im Frühjahr im Bandbus im Radio gehört und er hat uns sofort fasziniert (auch da wir uns über die Sprache uneinig waren). Später im Sommer haben wir dann endlich auch den Künstler und Song gefunden und alle Fragen und Wetteinsätze geklärt.“

Mit The Tallest Man On Earth – „Wind And Walls“ kommt danach Ole um die Ecke. „The Tallest Man On Earth ist jahrelang an mir vorbeigegangen, bis ich diesen Sommer mal bei youtube hängengeblieben bin. Der Song lief dann den ganzen Sommer lang in Dauerschleife und wird wohl auf ewig mit langen Autofahrten und tollen Festivals verbunden werden“ … Ein impulsives „Sommerhit! Äh nee“ folgt darauf mit Matthew Mole – „You And Your Crown“. Warum eigentlich nicht?

Eher tief und still ruht der See, wenn Isas Favorit Denai Moore – „Wolves“ aus den Boxen perlt und man die Musikerin mit geschlossenen Augen runterkommend irgendwo auf einem der hinteren Sitze wähnt. „Den Song habe ich im Sommer mal in einem Musikblog gefunden und seitdem ständig auf meinen Kopfhörern gehabt wenn wir im Tourbus saßen und auf dem Weg zu unseren Festivals waren.“ Isas zweiter Dauerschleifen-Kandidat Wolfcolony – „Beauty“ steht dem kaum nach und erinnert anfangs ein wenig an die Band Sophia. Apropos …

Swim Deep – „King City“ reißt in Person von Sophia eine nicht unbedeutende Regelmauer ein. „Wir haben bei unseren Mixtapes die Regel, dass es immer genau 10 Songs sein müssen und man sich selbst und die Songs der anderen nicht wiederholen darf. Ist bei diesem Song passiert und trotz reger Diskussionen, ob das jetzt ein Unterschied ist, ob man jetzt die Album- und Singleversion als unterschiedliche Songs bewerten darf, spricht es im Endeffekt für das Lied.“ Tribes – „Reincarnate“ erinnert sie dann noch auf leise Weise „Tribes hab ich mal richtig gehyped und dann doch fast das Album verpasst. Zum Glück bin ich dann doch noch darüber gestolpert und mich besonders in diesen Song verliebt. Er ist leider zu leise für den Tourbus.“


Auf den ehrlichen Festivalalltag (ja, den gibt es) angesprochen fassen Tonbandgerät das Jahr in Worte, denen die spielerische Neugierde noch lange nachhallt. „Wir waren jetzt ja echt viel unterwegs und haben jedes Wochenende auf Festivals gespielt. Ein paar Künstler sind uns, trotz doch eher anderer musikalischer Ausrichtung, öfter auf den Festivalbühnen über den Weg gelaufen und wir haben uns echt viele Konzerte von ihnen angeschaut“. OK Kid – „Kaffee warm“ zum Beispiel „war ja quasi der Vorbote fürs Album in der wunderschönen Atlantik-Session. Aber auch die jetzige Album- und Festivalversion gefällt uns sehr. Einer der Ohrwürmer, die man uns beim durch den Backstage schlendern singen hören konnte.“ Dass die Autokorrektur mancher Mobiltelefone aus „Backstage“ derweil „Backstube“ liest, ist allerdings schon wieder eine andere Geschichte des Verfassers.

Blieben zum schönen Abschluß noch Chakuzas „Windmühlen“. „Unabhängig von den gemeinsamen Festivals, ist „Magnolia“ von Chakuza so das Album, was über das Jahr am meisten bei uns im Tourbus lief. Sich da jetzt auf einen Song zu einigen, war nicht gerade leicht, weil es einfach zu viele Gute auf dem Album gibt.“ erzählen die Vier unisono. „Und was am anderen Ende des Tunnels passiert, interessiert mich einen Dreck“ enden Chakuza darin reichlich fatalistisch. Wenn Tonbandgerät in ein paar Wochen nach diesem schwierig zu schlagenden Jahr gelandet sind, werden wir die Band wieder besuchen und sie fragen, ob 2013 mehr Tunnel oder Brücke war. Dass man den frechen Hamburgern mit ihrer einladenden Chemie untereinander selbstverständlich eine weitere Freifahrt wünscht, ist unsererseits nur ein ganz bescheiden guter Wunsch von vielen weiteren heimlichen. Nicht nur deshalb sehen wir uns am 14. Dezember in der Großen Freiheit 36. (kel)

 


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