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Tack, Mustasch!

Es ist Donnerstag der 08. Mai um 21:05 Uhr. Wir befinden uns am Eingang des Knust und los geht der Abend schonmal nach hinten. Denn wenn um 20 Uhr Einlass ist und Beginn um 21 Uhr, dann rechnet man nicht damit, dass man den ersten Song der Haupt-Band verpasst, wenn man um kurz nach neun durch die Tür schlurft. Genau so war’s aber. Keine Vorband zum Aufwärmen, keine Zeit zum Warmtrinken, sondern direkt rein ins Vergnügen. Na toll. Aber die Vorfreude auf Mustasch war lang und groß, deshalb jetzt kein Rumlamentieren! Und weil die schwedischen Rocker ein wirklich geiler Live-Act sind, klappt dieser Kaltstart sogar bestens.

Ralf Gyllenhammar (Gesang und Rythmusgitarre), diese Frontsau, ist aber auch ein echter Eisbrecher. Wo andere Frontmänner nur Hände in der Luft fordern und sich regelmäßig erkundigen, ob auch alle noch da/gut drauf sind, ist Ralf einfach Kumpel und Witzbold, dem man abnimmt, dass er Spaß hat. Denn wenn er nicht gerade grölt, singt oder Riffs shredded, schnorrt er Bier aus der ersten Reihe, plaudert, macht Scherze. Und das alles in sehr ordentlichem Deutsch, welches, so erzählt er, ihm ein früherer deutscher Mitbewohner beigebracht hat. Dieser hat scheinbar ganze Arbeit geleistet. Ralf: „Sauft Ihr Säcke!“ Publikum sofort dabei: „Sauf du Sack!“ Es folgt ein kurzes Metallica-Riff. „Es ist schön Metal zu spielen“ grinst Ralf. Und dann erweitert er den Saufspruch zum Vierzeiler-Reim: „Heavy Metal!“ „Tack, tack, tack!“ Letzteres ist das schwedische Wort für „Danke“, lernen wir. Damit steht auch der interaktive Running Gag für den Abend, den die Menge jedes Mal begeistert mitmacht.

Allerdings sind wir ja nicht nur zum Spaß hier. Das wissen auch Mustasch und legen sich ordentlich ins Zeug. Die Setlist lässt nichts vermissen – von „The Challenger“ über „I Hunt Alone“ und „Speed Metal“ bis „Down In Black“ sind alle Lieblingssongs dabei, auf die man sich gefreut hat. Und Ralf Gylenhammar ist nicht nur witzig, er hat auch Sänger-Charisma. Stimmlich liegt er in der Nähe von James Hetfield, ist aber rock’n’rolliger. Und, scheiße, kann der Typ brüllen. Unfassbar. Noch besser als auf CD.

Fazit: den Leuten gefiel es. Sie waren zahlreich erschienen und textsicher durchweg. Auch, wenn der Name Mustasch im Alltag bis jetzt oft nur einen fragenden Blick bei Vielen erzeugt, scheinen die Festivalauftritte und der Support für Volbeat doch Spuren in der deutschen Rockszene hinterlassen zu haben. Und sie sind noch so bescheiden. Unfassbare 12 Euro kostet ein T-Shirt am Merch-Stand! Das ist ja fast wie Kleiderspende! Bleibt nur eines zu hoffen: Dass sie möglichst bald wiederkommen. (ds)



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