Was bleibt, wenn das Lebensgerüst der ersten zwanzig Jahre abgerissen wird? Ein großes Loch und Umorientierung. Im Fall der Cherilyn MacNeil alias Dear Reader auch ein Album. Ein Album, das die HörerInnen nicht wieder loslässt. In “Idealistic Animals”, begleitet von tierischen Gefährten, machen wir einen Spaziergang, manchmal eine Hetzjagd durch die Tiefen einer Lebenskrise.
Die Exil-Berlinerin Frau MacNeil hat sowohl die religiöse Scheinwelt als auch den ehemaligen Bandkollegen hinter sich gelassen und ihre Verzweiflung, ihre Suche und ihre Visionen in ein Konzeptalbum großer Klasse gepackt. Sie seufzt so wunderbar musikalisch in “Earthworm (All Hail Our Ailing Mother)” und wird sarkastisch-euphorisch in “Giraffe (What’s Wrong With Us)”. Elf Tiere, elf Songs, elf Seelenwelten. Wer einmal den Schritt in die Welt von Dear Reader gesetzt hat, will nicht mehr hinaus. Live am Samstag, 24. September beim Reeperbahnfestival im Gruenspan und nachmittags bei Michelle im Schaufenster. (tk)
