Nein, auch dieser junge Mann macht sich keiner neuen deutschen Föhnwelle verdächtig. Tim Bendzko, Teilnehmer an einer ja nicht mehr ganz so neuen deutschen Liederschreiber-Generation, und seine unbekümmerte Deutschlehrer-Romantik “Wenn Worte meine Sprache wären”. Vergleichsweise weit weniger tief im Matsch der Gefühle, wie Kollege Poisel sie durchlebt, aber auch nicht so aufdringlich triefnass hinter den Ohrläppchen, wie etwa Genussmensch Tiemo Hauer.
Kleine Notiz am Rande: “Nur noch kurz die Welt retten” versteckt sich auf dem Album an Position Acht. Fast sinnbildlich für einen Sänger, der oft danach klingt, als falle es ihm schwer, dem vermeintlichen Gegner direkt in die schönsten Augen des Tages zu schauen. Ausverkauft sind dennoch bereits jetzt der Stage Club und die Fabrik, aber nicht der Stadtpark am 12. Juli 2012. Und so wirklich schön wie auf “Ich hör nicht auf” hat kurz vor dem Ende auch schon viel zu lange niemand mehr gedroht. (kel)
