Minutiös kann ich die Szene meines letzten Konzertbesuches von The Late Call nicht mehr rekonstruieren, aber sie lief in etwa so ab: der in Stockholm lebende Singer-Songwriter, alias Johannes Mayer, spielte die ersten Akkorde des Songs “No More Salt In Your Wounds” von seinem letzten Album “You Already Have A Home” an. Ich klatschte innerlich, da das Lied zu meinen Lieblingstiteln der Platte gehörte, aber plötzlich stoppte The Late Call und sagte, dass er sich wünsche, dass bei einem Konzert einmal jemand nach den ersten Akkorden zum Beispiel “No More Salt In Your Wounds” Richtung Bühne ruft. In diesem Sinne, wenn ihr auf den kommenden Konzerten ein Lied schon nach den ersten Akkorden erkennt, ohne dass The Late Call es vorher angekündigt hat, macht ihm die Freunde und ruft den Namen des Titels in die Location, egal ob die anderen Zuschauer euch schräg angucken oder nicht, für mich war es zu spät an diesem Abend!
Wert sind es die Songs des neuen Albums “Pale Morning Light” auf jeden Fall! Mit seinem dritten Studioalbum hat sich Johannes Mayer eindeutig musikalisch weiter und in die richtige Richtung entwickelt. Auf der Vorgängerplatte dominierten noch die melancholischen Lieder, ausgelassenere Stimmung kam nur vereinzelt bei Songs wie “Fribourg” auf. “Pale Morning Light” dagegen besticht durch seine Rhythmen. Schon die erste Single “Look At You Know” (Free Download hier) ist ein gutes Beispiel für den Stil der neuen Platte. Passend zur charakteristischen Stimme von The Late Call untermalen Klavier, Schlagzeug oder Gitarre Songs wie den Opener “Wandering Through an Emtpy Field” oder “No Easy Way Out” , die eine von The Late Call bisher nicht gekannte Leichtigkeit vermitteln. Laut Mayer spielten Rhythmen für ihn als gelernter Schlagzeuger in der Musik schon immer eine wichtige Rolle, er hatte bisher nur nie versucht hiermit so konsequent in seinen Liedern zu arbeiten. Dieses Experiment ist ihm eindeutig gelungen! Ihr könnt euch hiervon selbst am 25. Oktober im Nachtasyl in Hamburg überzeugen. (mes)
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