Vor einem halben Jahr sorgten die Arkells beim Reeperbahnfestival für Furore. Sie waren einer der Acts, den jeder sehen wollte. Letztendlich standen viele Festivalbesucher vor der Tür statt vor der Bühne – die, die es nach drinnen geschafft hatten, gaben ihren Platz bis zum letzten Ton nicht wieder her. Die Arkells und ihr Debüt “Jackson Square” waren einfach zu gut und fesselnd, als dass man davon auch nur eine Sekunde verpassen wollte. Kurz darauf begeisterte das Quintett um Sänger Max Kerman im Vorprogramm der Europa-Tour ihrer Landsleute von Billy Talent. Kommenden Mittwoch (3. April) geben die Arkells im Hamburger Molotow den Startschuss zu ihrer Deutschlandtour. Jetzt rocken sie als Headliner.
Und die Setlist dürfte umfangreich werden, denn sie haben das zweite Album “Michigan Left” dabei. Nein, das war kein Schnellschuss. Die Platte war quasi schon im Koffer, als die Jungs im September zum ersten Mal in Hamburg waren. 2006 startete die Band in ihrer Heimat Hamilton, in Ontario/Kanada. Das Debüt “Jackson Square” stammt aus dem Jahre 2008 und “Michigan Left” wurde 2011 eingespielt. In Kanada haben die Arkells bereits eine aufregende Zeit hinter sich und wurden schon zum zweiten Mal mit einem Juno-Award, Kanadas Grammy, als “Group of the Year” ausgezeichnet. Bei ihrem Start auf dem europäischen Markt wollten sie jedoch chronologisch vorgehen.
Arkells – übrigens benannt nach einer Straße, in der Sänger Max und Gitarrist Mike während des Studiums lebten – singen über Dinge, die ihnen etwas bedeuten, Orte, die es wirklich gibt. So heißt es in “Book Club” ”…Take me to the bus stop Matty, drive me back to Hamilton…†oder in ”Where U Goin†”…They never took you to Toronto. You’ve never been down to Detroit…â€. “Michigan Left” enthält all diese vielen Geschichten aus dem Alltag, Stories, die das Leben schreibt. Von Freundschaft, Trennung, Familie und Heimat. Und alles spielt sich in und um Hamilton ab. Als Zuhörer düst man quasi mit der Band über die Highways der Gegend, zieht mit ihnen durch die Clubs, hat das Gefühl, vor Ort zu sein.
Das klingt alles sehr echt. So echt wie der Rock, den die Kanadier abliefern. Auch wenn sie auf “Michigan Left” etwas Pop, eine Prise Motown und noch eingängigere Refrains einstreuen, klingen sie, obwohl weniger rau, noch immer rockig. Das Album ist durchzogen von neckischen Rhythmen, von Beats, die einen nicht still sitzen lassen. Man ist permanent genötigt, mitzuklatschen, mitzuwippen oder zumindest einen Fuß tippen zu lassen. Die größte Folter wäre, still sitzen zu müssen, während das Album abgespielt wird. Versucht das mal. Es ist unmöglich. Erst beim zehnten und letzten Titel gönnt die Band dem Hörer eine Zappelpause. Keine Zappelpause hingegen wird es am 3. April im Molotow geben. Wir erwarten eine mitreißende Show. Wen es jetzt ebenfalls vom Hocker reißt, es gibt noch ein paar Tickets für das Konzert – für Kurzentschlossene und Osterhasen hier direkt zum Selbstausdrucken. (cR)