Kennst du das, wenn Musik wie eine Perlenkette aneinandergereiht Einzug hält, der Kuchen wie aus einem Guss und butterweich zerschnitten auf dem Teller liegt und die Welt um den engen Tisch tanzt, als wäre draußen kein Platz mehr dafür? Die Single “Line of Fire” konnte zwar eben noch Angst machen und erinnerte mit vorgehaltener Boshaftigkeit an diese sozialen Gesellschaftsabhandlungen im Kino.
Aber Junip können auf “Junip” auch ganz anders. Versöhnlich halt, wie ein glücklicher Krokus, der sich durch den noch halb gefrorenen Boden einen Weg nach oben an die frische Luft bahnt. Spätestens zu “Your life your call” ist das dann auch geschafft, bleibt die nächste Melodie wippend hängen und kann der angebrochene Traum ein guter werden. Und doch machen es “Junip” hier niemandem unnötig gemütlich, zerren schon mal an den Synapsen, perfektionieren ihre arrangierten Psychespielchen und verbrennen Erde. Da war sie wieder: die Boshaftigkeit von vorhin.
“Kann man ein Album nicht mal mit einem Knall enden lassen?” fragt einer im Online-Warenhaus. Eine mögliche Wahrheit & Antwort könnte sein: “Junip” hinterlässt mitunter den Eindruck, über die gesamte Spielzeit in einem ausgewalzten Urknall gefangen zu sein. Selten klang der dabei so wunderschön. 6. Mai | Uebel & Gefährlich. (kel)