Über vier Jahre nach “In Love” haben Juli ein neues Album. Und das ist – gut. Es macht Spaß, es läuft rund, es ist einfach schön, dass diese Band wieder da ist. Und es ist noch schöner, dass die Band auch wieder auf Tour kommt, am 24. März 2015 spielen sie im Gruenspan.
Ganz schön klein? Ja. Ganz schön klein für eine Band, die einst mit Liedern wie “Geile Zeit” oder “Elektrisches Gefühl” massive Hits hatte. Für die Band, die immer ein, zwei, drei Momente cooler, cleverer, besser, echter als Silbermond war und dabei nie so verkopft und verkrampft, wie Wir sind Helden einst hin und wieder wirkten. Die goldene Mitte eben und nicht nur die perfekte Welle.
Jetzt sind Juli wieder da und wieder sind Juli so schön wie damals. Wieder sind sie die Band, der man zuhören und danach in den Arm nehmen möchte. “Ein kleiner Fleck im großen Meer. Ein kleiner Punkt, so weit entfernt. Niemand der mich sucht und niemand der mich hört. Niemand der mich kennt und niemand der mich stört.” Doch, Eva. Und nein, du bist nicht alleine.
Juli machen Popmusik, klar. Ultra eingängig, meist gemäßigt, manchmal ein wenig schnelle und nahezu immer ziemlich, ziemlich schön dabei. Aber sie machen das alles mit Köpfchen und sie machen das mit Stil. Und doch aus dem Herzen heraus und aus dem Bauch. Und genau das macht diese Lieder und dieses Album so gelungen, diese Kombination aus Melancholie, Hoffnung, sympathischer Naivität und bei aller Eindringlichkeit auch diese gewisse Distanz in der Stimme, die bei aller Zerbrechlichkeit überaus stark wirkt, selbstbewusst und mit einer Prise Arroganz. “Wir brauchen keine Pillen, um die Besten zu sein.” Vs. “Es liegt nicht an dir, ich bin selber schuld.” Oder ganz einfach: “Nur noch Liebe”.Kurz: willkommen zurück. Und Glückwunsch zu diesem Album, liebe Band Juli (mf)
