Grandbrothers_Eurosonic Groningen 2016 (1)Ist das eine Aura hier rund um die Grandbrothers? Haben wir es mit Hauptstadt-Esotronikern zu tun am 11. Februar auf Kampnagel? Äh, ja und äh, nein. Die Antwort fällt so diffus aus weil ich nach ein paar Tagen absacken aller Impressionen nach dem Showcase beim Eurosonic-Festival noch immer nicht genau die Quelle meiner Begeisterung gefunden habe. Das elektronisch & perkussiv verbastelte Klavier hatten schon andere, hatte vor allem Übervater John Cale. Grandbrothers-Songwriting? Hochklassig, gar nicht mal so arg verschroben wie man es von offensichtlichen Nerds erwarten würde. Noch nicht mal unsympathisch sind die beiden „Brüder“ Erol Sarp und Lukas Vogel.

Im Gegenteil. Ich habe seit gefühlten Millionen Tastenanschlägen einen solchen Charme auf keiner Bühne mehr erlebt. Vielleicht bei Chilly Gonzales, der seine flinken Gefühle ja ähnlich dringlich pochend wahrnimmt. Dann beginnt etwas zwischen der Grandbrothers-Leitstelle „Klang“ rechts sowie dem Tastenmann links. Dazwischen eine hängende Kabelbrücke, als würde ein kompletter Blutkreislauf zwischen Melodie und Rhythmus zirkulieren. Wie viele Nuancen wollen die denn noch erzeugen? Zwischen wie vielen unerforschten Zeilen noch spielen? Wurde der Loop in Wahrheit für die Grandbrothers erfunden? Ambiente Elektrofreunde mit mindestens mäßig ausgeprägter Jazzaffinität und maximal vernachlässigtem Schwarzweißdenken gehen da hin. Und alle anderen? Kaufen sich mindestens das Album „Dilation“. Danke. (kel)

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