Ich muss gestehen, dass es mir manchmal wirklich schwerfällt, bärtige Folkpop-Musiker zu mögen. Teilweise erinnern sie mich entfernt an Ameisen, denn es gibt so viele von ihnen, dass es wirklich nicht schlimm ist, wenn man aus Versehen auf eine drauftritt. Bei James Vincent McMorrow ist es irgendwie anders. Wenn ich jetzt Attribute, wie z.B. “einen zerbrechlichen Gesang” oder “feines Gitarrenspiel” nenne, dann hebt es ihn zwar nicht von anderen Folkpop-Musikern ab, aber ich habe es trotzdem gesagt. So lässt sich das klischeebehaftete System austricksen.
Bei James Vincent McMorrow war es zum Teil auch seine Vita die dafür sorgte, dass ich ihn nicht in die “Du-coverst-doch-sonst-auch-nur-Wonderwall-vor-Karstadt”-Schublade steckte. Tatsächlich lernte der Ire erst mit 19 Jahren und spielte vorher Schlagzeug in einer Metal-Band, die sich wahrscheinlich jetzt noch ärgert, dass sie ihn nicht hinter das Mikro gezerrt hat. Zudem war sein Debütalbum nicht sonderlich erfolgreich, denn es erreichte nur Platz 22 in den irischen Charts. Jedoch hielt es sich dort für sagenhafte 81 Wochen. Das sind mehr als 1,5 Jahre! Der Durchbruch gelang ihm letztendlich mit einem Cover von ”Higher Loveâ€, das auch in einem TV-Spot eingesetzt wurde.
Mittlerweile gehört James Vincent McMorrow zu den großen Namen der Folkpop-Szene und veröffentlicht im September sein drittes Studioalbum “We Move”, für das er u.a. mit den Produzenten von Drake, Kanye West und Rihanna zusammengearbeitet hat. Einen kleinen Vorgeschmack auf den Longplayer bietet das neue Video zu der Single ”Rising Waterâ€, welche sehr atmosphärisch und szenisch inszeniert wurde. Zudem kommt er am 26. Oktober in den Hamburger Mojo Club. Tickets hierfür gibt es u.A. bei der Theaterkasse Schumacher zu erstehen. (hw)
