Sind Twin Atlantic die besseren Biffy Clyro? Nein. Aber sie sind nah dran. Und das nicht nur, weil sie auch aus Schottland kommen, weil sie ebenso spannend, ebenso kreativ musizieren und weil man auch sie nicht in eine Ecke stecken kann.
Heute erscheint ihr neues Album “GLA” und dieses “GLA” ist ganz schön grandios geworden. Irgendwie ist es Indie, irgendwie Pop und dann auch Prog. Eben ohne Platz in irgendeiner Ecke und doch überall mit das Beste, was man sich vorstellen kann. “Gold Elephant: Cherry Alligator” eröffnet roh und ungestüm, Twin Atlantic preschen dreckig nach vorne und lassen jegliche Mainstream-Ängste verstummen. Dabei hätte man das befürchten können, schließlich wurde die Band in der Vergangenheit ganz schon groß, spielte riesige Festivals und wurde zum Liebling vieler.
Und das werden sie bleiben, nur legen sie es nicht drauf an. Sehr gut. Nein, sie nehmen auschließlich Rücksicht auf sich selbst. Da wird dann auch mal eine potentielle Hymne wie “No Sleep” radikal zerstört und zwischen Stadion-Refrain und Midtempo-Strophe die fiese Gitarre geschrotet und das Level brutalisiert. Ganz stark.
Dabei können Twin Atlantic auch anders. Sie können auch euphorisch (“Overthinking”), butterweich (“Whispers”) und Stadion-Schwinger (“Ex El”), sie können groovig, funky und gleichzeitig nach vorne (“You Are The Devil”) und sie können arschcool und fast schon entspannt (“Valhalla”). Nur langweilig können sie nicht. Normal und schlecht auch nicht. Wahnsinnig gutes Album. Wahnsinnig gut live wird es am 9. November im Knust. (mf)
