nada-surf_livealbum_coverNach unserem Interview im Frühjahr zum Konzert im Mojo hat Matthew Caws, Sänger unserer Lieblingsband Nada Surf noch angedeutet, dass sie dieses Jahr noch etwas Besonderes vor haben, er aber noch nicht mehr sagen dürfe. Kurze Zeit später wurden zwei Konzerte angekündigt: Eines in Wien mit dem ORF Radio-Symphonieorchester und eines in Berlin mit dem deutschen Filmorchester Babelsberg. Letzteres wurde aufgezeichnet und ist ab dem 28. Oktober unter dem Namen “Peaceful Ghosts” auf Platte zu erhalten. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, vorher reinzuhören und es verdient als Album der Woche zu küren!

nada-surf-ingo-pertramer-8452Die Songauswahl ist gelungen: alte und ganz neue Songs bilden eine ausgewogene Setlist – und dabei ist zu beachten, dass Nada Surf zum Zeitpunkt der Anfrage noch mitten in den Aufnahmen zu “You Know Who You Are” waren und die Arrangements letztlich Calexico‘s Martin Wenk zusammen mit Komponist Max Knoth übernommen haben. Natürlich bleiben die rockigeren Nummern eher außen vor – das ist aber ja auch naheliegend. Besonders erfreulich ist, dass die wunderbaren Songs “Blizzard of 77” und “Blonde on Blonde” es auf die Platte geschafft haben. Daneben stehen die eigentlich verlässlich immer gespielten “Inside of Love” und “80 Windows” – da fehlt eigentlich nur noch “Always Love”, jenes Lied das Caws bei uns noch als eines seiner Lieblings-Nada Surf-Stücke betitelt hatte. Aber wir wollen uns wirklich nicht beschweren, denn “The Fox” ist ein wirklich seltener Gast auf der Setlist (laut Caws zu frickelig zu spielen) und “Animal” ist eine echte Perle des jüngsten Albums “You Know Who You Are“. Beide erhalten dank orchestralischer Untermalung eine mitreißende Dramatik.

Denn wie ist es denn jetzt, Nada Surf mit Orchester zu hören? Live waren wir leider nicht dabei, aber die Aufnahme ist natürlich wie erwartet wunderschön. Die Instrumentalisierung ist meist eher zurückhaltend, keine überbordenden Streicher und Bläser, sondern eine dezente Untermalung der sowieso schon glücklich-machenden Songs und Caws herausragender Stimme. Letzteres scheint allerdings ein wenig Anlaufschwierigkeiten zu haben. So wirkt es als ob die Band beim Opener “Comes a Time” und “Believe You’re  Mine” noch das Gewicht des ungewohnten Arrangements und die Verantwortung der Aufnahme spürt. Es fehlt eine gewisse Leichtigkeit, die doch gerade mit Orchester vermittelt werden sollte. Doch das gibt sich nach ein paar Liedern zum Glück hörbar und letztlich fragt man sich irgendwie verzaubert, wie Nada Surf doch gleich ohne Streicher geklungen haben…?

Herausfinden kann man das übrigens am 10. November in Bremen. (eh)

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