“You can buy my love. Away from my body.” – Gemeinsam setzen der erste und der letzte Track auf “Joy” eine formale Klammer. Nicht ganz frei von Bedeutung. Liebe, Körper und zwischen den Zeilen: Minustemperaturen. Brandt Brauer Frick treten weite Schritte zurück in die beginnenden Achtziger. Und (Daniel) Brandt (Jan) Brauer (Paul) Frick stolpern einen Schritt voraus aus dem Club hinaus ins Theater.
Musste ja eines Tages so kommen. Vielleicht war es zu stickig geworden nachts. Erst recht, wenn die Deutsche Oper Berlin aufzeigt, Leben und Tod Versaces auf die Bretter stellen zu mögen. Und darüber hinaus ein adäquates musikalisches Konstrukt wünscht, das Klischees durchaus aufgreift, verwendet und auch wieder zu zerknüllen imstande ist. So kommt es, dass “Joy” ein erwartbar komplexes Gebilde wurde. Eines, das “Gianni” umfricklt, anfangs mal nach uralten Depeche Mode-Outtakes klingt, sogar seine rechtschaffen zufriedenen Pop-Momente (“Keep Changing”) hat und, obacht, in “City Chicken” per Intonation fast ein bisschen an den alten Knatterich Van Morrison gemahnt. Das, sonst, Brandt Brauer Frick-Trio hat sich dazu aus Kanada den dichtenden Sänger Beaver Sheppard eingekauft. Der dominiert nicht nur eindrucksvoll die zehn Kapitel auf “Joy”, sondern fällt konsequenterweise auch wenig zurückhaltend auf dem Artwork aus dem Gesicht. Brandt Brauer Frick: Am 11. November im Uebel & Gefährlich. (kel)
