“Take a look, this boy is ill.” Nicolas Sturm weiß nicht nur musikalisch mit weisen Worten zu arbeiten, auch seine Meinung zu den aktuellen Wahlergebnissen kommt ohne dumpfes Gedresche aus. Stattdessen hinterfragt er, was momentan in unser eigentlich so schönen Republik schief läuft. Wen solche Gedanken interessieren, es gibt das Ganze nachzulesen in seinem Post vom 3. September diesen Jahres auf der Plattform mit dem weißen “f” auf blauem Grund. Es ist ein starkes Statement. Soviel zur Einleitung.
Und nun veröffentlichte eben dieser Herr am 21. Oktober sein zweites Album “Angst Angst Overkill”. Die Vorabsingle mit dem gleichen Namen nimmt uns sofort an die Hand um mit ihr in einem melancholischen Tanz zu verschwinden. Wenn Sturm die Worte “Was dir fehlt, was du brauchst, weißt du selber nicht genau” in den Song entlässt, ist alles gesagt. Oder auch nicht? Genau darum geht es doch. Man weiß es nicht mehr. Es passiert zuviel. Und am Ende ist der Überblick verloren, was wirklich gebraucht wird. Wofür man sich die Zeit nehmen sollte.
Der Schwermut und die gleichzeitig befreiende Wirkung dieses Songs ist eine Brücke, die sicher durch die 3:38 Minuten führt. Denn man beginnt zu überlegen, sich zu verlieren und wird zum Schluss doch wieder aufgefangen. Das klingt gut? Auf jeden Fall, sonst würden wir nicht darüber sprechen. Also hört euch “Angst Angst Overkill” an und lasst den Repeat-Knopf glühen. Und irgendwann in dieser Wiederholungsschleife besorgt ihr euch Karten für sein Konzert in Hamburg. Denn Nicolas Sturm bringt seine neue Platte am 9. November 2016 gefühlsschwer auf die Bühne des Molotows. (rb)
