Runde 30 Jahre gibt es The Orb nun schon. Doch alt? Klingt nach Klischee, aber alt klingen sie auf “No Sounds Are Out Of Bounds” echt nicht. Dieser Alex Patersons und sein Kumpel Thomas Fehlmann. Und all die anderen, die hier mitmachen. Youth von Killing Joke zum Beispiel oder Guy Pratt von Pink Floyd, Brian-Bruder Roger Eno, Hollie Cook von The Slits, Brother Culture, Jah Wobble von Public Image Ltd. (PiL) und ein paar mehr. Warum?

“Ich wollte mit mehr Musikern und mehr Stimmen zusammenarbeiten – ähnlich wie bei unserem allerersten Album von 1991, „The Orb´s Adventures Beyond The Ultraworld“. Thomas und ich haben zwei gradlinige Techno-Alben für Kompakt aufgenommen und ich liebe sie. Dieses Mal wollte ich aber meine Palette erweitern und Elemente hinzufügen, die die Leute auf die Folter spannen und auch ein wenig verwirren. Dieses Album klingt weniger Deutsch als die beiden Vorgänger, sondern eher Britisch. Deshalb erscheint es auch auf einem englischen Label. Dabei stammen die Musik und die Musiker aber aus der ganzen Welt – und von anderen Planeten“, erinnert sich Alex Patersons.

Doch verwirrt „No Sounds Are Out Of Bounds“ denn nun wirklich? Nein, eigentlich nicht. Es gefällt einfach. Und das außerordentlich. Denn The Orb zocken sich durch ein rundes Dutzend starker Elektro-Tracks. Tracks zwischen Dub und Ambient, House und Pop, mit Hip Hop-Momenten und Spoken Words-Einspielern, mit Klavier und Streichern, chillig und kraftvoll, atmosphärisch (Alter: („Wish I Had a Pretty Dog“!), düster, tanzbar. Vielfältig also, frisch, bunt, spannend. Ohne Ende gut.

Da fällt es schwer, weitere Highlights heraus zu picken, weitere neben „Wish I Had A Pretty Dog“. Versuchen wir es trotzdem. Und entscheiden uns für das 90er-dancige „Rush Hill Road“, das ebenfalls oldschoolige, hiphoppige und vor allem monsterbassige „Wolfbane“ mit seinem Beastie Boys-Touch (ohne nach den Beastie Boys zu klingen) und das verkopft-chillige, sehr reduzierte „Isle Of Horns“. Ohne damit dem soulig-schmachtenden „Doughnuts Forever“ zu Nahe treten zu wollen, dem Opener „The End Of The End“ (was machen eigentlich Faithless so?) oder dem clubbigen „Pillow Fight“. Oder allen anderen. Hey, ist echt nicht persönlich gemeint. Persönlich dagegen der Tipp: Kauft euch das neue Album von The Orb und kauft es bei den stetig tanzenden Menschen von Finest Vinyl. Saugutes Album! (mf)

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