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Album der Woche: Jazzanova

Crazy Achtziger-Lovers, ein ganz kurzer Faithless-Späteneunziger-Gedächtnismoment, Kate Bushs fiktive Enkelin erlebt den ersten Downbeat ihres Lebens und viele Regentropfen vereinigen sich in Superzeitlupe mit einem schweren, trägen Fluss. Und das sind nur ein paar wenige Ausschnitte aus den ersten zehn von knapp über fünfzig „The Pool“-Weltklasseminuten von Jazzanova. Exakt. Die. Jazzanova. Produktionsbüro und Plattenlegerhochschulabsolventen. Plus Oddisee, plus Rachel Sermanni, plus Pete Josef, KPTN, Noah Slee, David Lemaitre, Jamie Cullum, Charlotte OC, Olivier St. Louis, Paul Randolph, Edward Vanzet und Ben Westbeech. Puh(l).

Ergibt in der bis zur Perfektion hintereinanderweg arrangierten Gesamtsumme immer wieder sinnbefreit lächelnden Stoff mit teurer Gin Tonic-Tinktur unter dem Zungenboden, soulsynthetische Taktungen, gleißenden Hip und unbeschwerten Hop. In einer Coolness, die derart weit über der eigenen Lebensmitte nichts und niemandem etwas anhaben kann. Nicht einmal der Gemütstiefe von Jamie Cullum am ureigenen Hausinstrument, dessen Zwischenzeitenspiel „The Pool“ fast zum Stillstand kommen lässt. Und weil „The Pool“ u.a. so herrliche Erinnerungen weckt an Zeiten, da Arrested Development, The Disposable Heroes Of Hiphoprisy und viele andere seelenschwere Leichtgewichte schon frühmorgens wieder an der Kaffeemaschine standen. Nach der eben erst durchschwitzten Nacht natürlich. Restliche Fantasien überlassen wir euch und Jazzanova: Am 27. September live im Mojo Club – und ab sofort bei Finest Vinyl.(kel)