Neulich beim Soundcheck mit Die Nerven. In Bremen draußen an der Weser nach einem viel zu langen Sommertag: Drei Köpfe Selbstbewusstsein kicken der großen Schwester Arroganz mal derart in den Arsch, dass hinterher nur ein weiteres neues bestes Konzert der zeitweiligen Lieblingsband folgen kann. Labelchef Stiewe glüht noch am Folgetag in Hamburg. Obwohl seine Jungs da gar nicht in der Nähe sind.

Dass sich viele kluge Menschen zuletzt auf „Fake“ einigen konnten, passt nicht nur in die Partykeller der Jugendlichen, die sich heute gerade hart aufbauen, was Tocotronic noch immer zu zerstören imstande sind. Da ist er also, der Quervergleich, den niemand nötig hat im Grunde. Stattdessen stehen die zwölf Kapitel auf „Fake“ mitunter gar nicht so viele Ecken entfernt von Vierkanttretlagers konsequenteren Ideen aus ihrer einen richtig geilen Zeit. Hier und da lugt auch ein wenig Turbos(t)aat-Blues hervor, lässt gleichzeitig aber exakt solche Koordinaten nicht eine Sekunde länger als notwendig an den schwitzenden Fingern kleben. Und die starke Zeit mit vielen Liedern vor der „Fake“-Ära ist ja darüber hinaus entdeckungswürdig genug.

Zuletzt an einem fantastischen Sonntagabend im Frühjahr im ausverkauften Hafenklang. Am 17. Oktober von uns präsentiert: Die Nerven im Uebel & Gefährlich. Tickets bei der Theaterkasse Schumacher. (kel)

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