Ein ganz miserables Wortspiel scheint diese Ankündigung hier einzuleiten. Oder sollten wir lieber sagen: „einzuleiden“? Wie auch immer. Emotionale Not in hoher Dosierung und der Beipackzettel voller Elend waren gefühlt seit jeher stete Begleiter derer zu Madrugada und ihrer LiebhaberInnen auf unserem kaputten Planeten. Dann war plötzlich Burås tot und die Band bald nicht minder. Was schmerzlich nachhallte, war zwar längst nicht nur „Industrial Silence“, doch genau diese laute Stille ist Glut bis heute.

Gar nichts bleibt auszusetzen in der Zwischenzeit an Sivert Hoyems hochklassigen Solo-Zwischenspielen. Doch die waren am Ende „nur“ Affäre, wo Madrugada nun mal die große Liebe sind. Da kann man jetzt Bedenken haben vor der Wiederbegegnung oder einfach Gänsehaut. Oder diese verdammte Platte bis zum Morgenblauen hören, durchleben, sich am Vinyl dumm und dusselig reiben, ficken, wegwischen, Kaffee aufsetzen und sich am Ende fragen, in welcher Farbe die kleine Drecksau Melancholie sich wohl heute zu kleiden gedenkt. Kommt jemand trotzdem mit uns im Reinen weinen? concert-news präsentiert: Madrugada am 17. Februar im Gruenspan. (kel)

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