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    Chor des Monats: September 2018

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    By rooka on 1. Oktober 2018 Chor des Monats

    Der September brachte uns einen wunderschönen Spätsommer und jede Menge Musik in die Stadt. Schwerpunkt war hier natürlich das Reeperbahnfestival:

    *** Cari Cari aus Österreich machten mehrmals bekannt, das sie in einem Tarantino Film mitwirken wollen, musikalisch versteht sich. Wenn Quentin je diese Frau am Schlagwerk und diesen Mann an der Gitarre hört, wird er nicht lange überlegen. Extrem gutes Paar als Band, wer kann schon den Sound einer Trompete während des Schlagzeugspielens so sweet imitieren? Kommt wieder, schnell. Strange Bones Britisches Punk-Rock Quartett aus Blackpool, alle Wände wackelten, wildes Bühnengespringe und jauchzende Besucher im Molotow. So geht Punk-Rock 2018. EUT aus Amsterdam, krachen schon am frühen Nachmittag mit einer grandiosen Frontfrau ins Herz, bämm hier sind wir und wir haben erst ein Album, wir freuen uns auf die Niederländer, die am 6. November ins Molotow zurück kommen. Blond kommen aus Chemnitz und wenn zwei Schwestern mit ihrem erblindeten Kindheitsfreund eine Band haben, kann das nicht schlecht sein. Alles andere sind die drei, energetisch, abgefahren, lustig, albern und ernsthaft musikalisch in Richtung beste deutsche Indieband 2018 unterwegs. Lange nicht so ein musikfreudiges und unterhaltsames Trio gesehen, es lebe die Freundschaft. (tk)

    ***Joep Beving (Mittwoch, 29.9., Bahnhof Pauli) Ein Club auf St. Pauli komplett gefüllt mit überall sitzenden und andächtig lauschenden Reeperbahn Festival-Besuchern und das für einen Solo-Pianisten – ziemlich großartig und ein Paradebeispiel für die Vielfältigkeit des tollen Festivals. Keir (Donnerstag, 20.9., Imperial Theater) Der junge Brite als Macho während der leicht pathetischen Songs und so schüchtern sympathisch zwischen den Liedern – ein Highlight des Festivals, natürlich auch dank der eingängigen, aber nicht langweiligen Songs und seiner kraftvollen Stimme mit Wiedererkennungspotenzial. Great News (Donnerstag, 20.9., Prinzenbar) “We’re Great News” – allein für die Ansage ist der Bandname geradezu genial. Die Norweger spielen tollen Pop, das Publikum tanzt und der Bassist freut sich offensichtlich und sehr ausgelassen – sympathisch und so authentisch, ein angenehmer Kontrast zu den aalglatten Faces on TV am Vortrag im Nochtspeicher. Muse (Freitag, 21.9., Docks) Man kann drüber lachen, den Kopf schütteln und sich wundern – irgendwie zurecht. Dennoch hat sich der Abend im Docks gelohnt für fast 1,5h Muse stripped-down. Zumindest optisch. Akustisch gab es den gewohnten Bombast-Sound, der den großen Anlagen der Stadien in nichts nach stand. Für jemanden, der die Briten erst kennt, seitdem sie die Sporthalle und größer füllen, war das etwas wirklich Besonderes. Bear’s Den (Samstag, 22.9., Elbphilharmonie) Viele alte Songs, eine Band, die sich sehr über den beeindruckenden Saal freut und dazu ein kleines Orchester – einfach nur schön. (eh)

    ***Mittwoch – 1. Festivaltag: Nach der lauschig plauschigen 90minütigen Ray’s Reeperbahn Revue stürze ich mich hochmotiviert in’s Abendprogramm. Es soll ein sanfter Einstieg werden. Ich will nicht zwischen vielen Venues pendeln. Molotow und headCrash kommen auf die Liste. Wie sich herausstellt, alles richtig gemacht. Es war der Tag der jungen Wilden und die haben richtig Vollgas gegeben: The Blue Stones aus Canada, erinnerten mich an ihre Landsleute, die Arkells. MNNQNS haben bewiesen, dass Franzosen musikalisch sehr britisch klingen können. Top. Bad Nerves haben dafür gesorgt, dass wir bezüglich des Rock-Levels am Ball bleiben, um zum Ende mit Strange Bones dem Vollabriss beizuwohnen. Das war ein amtlicher Auftakt. ***Donnerstag – 2. Festivaltag: Der zweite Abend hat mich ganz schön erwischt. Ray Cokes muss noch etwas warmlaufen. Das hatte ich schon spritziger und kurzweiliger gesehen in seiner Reeperbahn Revue, dafür glänzten die Bands des Abends. Ich entschied mich für Dope Calypso im headCrash, Halcyon Days im Karatekeller des Molotow, wo ich mittig in der ersten Reihe stand und gleich mal so richtig die musikalische Keule eingefangen habe. Herrlich. Dann weiter zu den Dänen ins Häkken. Ich sah erst Viva La Wolfe, die schon nicht schlecht waren und dann Kellermensch, die ein abartig gutes Soundgewitter lieferten. Das war fett, das ging ins Blut. Die Musiker sind so viele, dass sie zusätzlich den Platz vor der Bühne bespielen. Ich stehe wieder ganz vorne und weiche dem Gitarrenhals des Bassisten aus, während ich tanze und hüpfe und völlig euphorisch feiere. Die Wartezeit zwischen den beiden Bands im Häkken verbringen wir mit einem Getränk auf dem Balkon. Der Blick auf den Spielbudenplatz ist super. Unten wüten die Bazzookas und heizen den vielen Menschen ordentlich ein, die den Platz regelrecht überflutet haben. Den Absacker gab’s bei The Magic Gang im Molotow, die uns bereits in Brighton beim Great Escape vor zwei Jahren positiv aufgefallen waren. ***Freitag – 3. Festivaltag: Heute fetzte *Ray’s Reeperbahn Revue endlich wieder richtig. Das mag sicher auch an den Gästen gelegen haben: Aine Cahill zum Beispiel war der Knaller. So ein Energiebündel mit frecher Schnauze und dann noch ihre Musik – ein super Gesamtpaket. Der Abend verlief dafür umso schleppender. Draußen regnete und stürmte es. Auf dem Spielbudenplatz wurde kurzfristig der Betrieb eingestellt und es ging vielerorts los mit den gefürchteten Einlassstops. Hinzu kamen Ausfälle und Ersatzacts. Kann man nichts machen, ist nur ärgerlich und mir selbst ging so ein wenig der Flow verloren. Ich kam an einen Punkt, wo ich nicht mehr wusste, wohin als nächstes. Wir haben das Beste daraus gemacht, uns treiben lassen und am Ende doch noch ein paar coole Sachen gesehen. Sehr positiv in Erinnerung geblieben ist Declan Welsh And The Decadent West, ganz junge Bengel, die mit ihrer Attitüde genau richtig aufgehoben waren im Fanshop des FC Sankt Pauli und dann waren da zu später Stunde noch LÜT in der SkyBar des Molotow. ***Samstag – 4. Festivaltag: Nach der vierten und letzten Ray’s Reeperbahn Revue mit unter anderem Lewis Capaldi – hach wie toll – haben wir uns entspannt durch den Abend gehangelt. Wir hatten beschlossen, dass es nicht schlimm ist, wenn der große Knaller nicht dabei ist. Wir hatten die ersten beiden Tage schon so tolle Treffer gelandet, dass die letzten beiden nur die Sahne on top waren. Nach den langweiligen Asylums haben uns BRETT wieder aufgeweckt und The Dirty Nil im Molotow waren echt Zucker. Abgeschlossen habe ich das Festival mit Bear’s Den im großen Saal der Elbphilharmonie. Ich wollte wegen des Ausfalls der U-Bahn zum Veranstaltungsort schon beinahe darauf verzichten. Zum Glück habe ich mich noch motiviert. Es war ein tolles Konzert, bei dem die Band ganz entzückt mit der Akkustik spielte. Begleitet wurden sie von 10 Streichern und ein paar Bläsern, die Band mit kleinem Orchester. Premiere. Absolut wunderbar. (cR) – Und hier noch ein kleiner Tipp am Rande: Kellermensch spielen am 11.10. wieder in Hamburg, im headCrash. Die waren richtig gut! Also wer’s verpasst hat oder nun auf die Band aufmerksam geworden ist… hin da.

    Außerdem blicken wir zurück auf ***Sophie Hunger (29.9., Mojo Club) Da ist sie wieder im dunklen Mojo Club, Sophie Hunger am ersten Abend ihrer Festspiele. (am 2. Oktober noch im Gruenspan) Das neue Album kommt zögerlich bei den wirklich sehr störrischen KonzertbesucherInnen an. Tanzen ist heute irgendwie unangemessen, scheint es. Mir egal, ich bin Fan und finde sie hat abgeliefert, erst Neues dann Altes, zum Weinen und zum Lachen. Ob Sie noch Karten für das Derby bekommen hat? Wir sehen uns Dienstag nochmal. (tk)

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