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Pain In The Ass

Wieder so eine Band von ewig gestrigen Charakteren? Wer The Teskey Brothers nur zufällig im Autoradio wahrnimmt, wird zum Beispiel „Pain And Misery“ vom aktuellen Album „Half Mile Harvest“ unter „habe ich das damals in den Sechzigern wirklich verpasst?“ verbuchen. „Forever You And Me“ war ja vor einiger Zeit schon ein beseelter Country-Soul-Heuler vor dem Herrn. Jeden Tag, jede Nacht, Lust, Sehnsucht, Verlust und wahrscheinlich unzählige einstürzende Decken unter dem übergeordneten Himmelszelt.

Aufgenommen seien die zehn maximal gefühligen Neo-Klassiker „live to tape“ und egal, wer und was nicht alles bemüht wurde, um diesen eklektischen Klang zu formen: Es war jede verdammte verbrauchte Ressource wert. Passt es da gut ins Bild, dass die Brüder Josh und Sam Teskey gemeinsam mit ihren Buddies Brendon Love und Liam Gough ausgerechnet bei Decca unterschrieben? Dem Label also, das Vinyl und Vintage sowohl in- als auch exhaliert. Natürlich passt das. Und wer sich, wie The Teskey Brothers, nicht einmal ernsthaft zu schade ist, so abgrundtief ins „a crying shame“-Bullshit-Bingo zu fassen, dem kann wirklich, wirklich niemand ernsthaft böse sein. Könnte doch Gestrigkeit nur immer so ungefährlich verharren und faszinierend wunderschön klingen. Wer übrigens den Beatles-Erinnerungs-Chor findet, darf ihn behalten. 31. Januar im Nochtspeicher (concert-news präsentiert). (kel)