Dieses verdammte Internet. Kann nicht warten, haut alles sofort raus, immer nur schnell, schnell, los! Heute erst erscheint “Jade” von Pascow. Doch im Web? Stapeln sich die Reviews, wird die Platte analysiert, seziert, gefeiert. Jeder hat irgendwas gelesen, jeder weiß, was auf ihn zukommt. Was sollen wir da noch schreiben? Hey, die haben alle recht, zum Beispiel? Denn negative Worte schreiben die Kollegen eher wenig, Es herrsch Euphorie, mindestens Zufriedenheit, immer großer Gefallen. Also: Hey, die haben alle recht.

Wir könnten jetzt auch zitieren. Dass allschools.de zum Beispiel von einer “gelungenen Einheit und doch voller Abwechslung – sowohl im Songwriting, als auch in der Textgestaltung”, schreibt, dass album-der-woche.de das ganz ähnlich sieht: “Die Band wagt sich an teilweise außergewöhnliche Einflüsse, fügt diese aber perfekt in ihren gewohnt abwechslungsreich aggressiven Sound ein und schafft damit eine deutliche Weiterentwicklung.” und dass genau das für icanguarantee.com “nur der logische musikalische Schritt ist”. Zwar trauert ein Bierschinken “dem Tank voller kryptischer Scheiße ein bisschen nach”, ein anderer aber findet: “MS Pascow immer noch auf Kurs! Sie hat nur ein paar weitere Häfen angesteuert.” Für burnyourears.de “scheinen Pascow ordentlich Dampf unterm Kessel zu haben”, polytox.org freut sich über “Offbeat, Spaghetti-Western und zweieinhalb Minuten Punkrock” und das toughmagazine.de antwortet auf die eigene Frage, was  es zu bemängeln gibt mit: “Na, fast nichts, außer dass die Scheibe es mit 30 Minuten etwas kurz ist.” Soweit die anderen.

Wir auch noch? Wir auch noch: Spätestens “Jade” macht ein “Das klingt wie Pascow” nicht mehr möglich, weil es hier nicht DIE eine Band gibt, weil die früheren Deutschpunker hier so viel versuchen, machen und vieles, fast alles auch gut machen. Ein “Wunderkind” zum Beispiel hätte man so nicht erwartet und noch weniger hätte man erwartet, dass man es so schnell in sein Herz schließt. Oder auch “Marie”, was soll da sein? Offbeat-Folk mit Seemanns-Stampferei? Aber am Ende doch ganz geil. Okay, die deutschrockige Deutschpunk-Duett-Ballade mit NDW-Einschlag “Schmutzigrot” ist rein musikalisch eher so ein na ja und “Die Backenzähne des Teufels”, das Spaghetti-Western-Interlude, siehe oben, muss man nicht komplett verstehen, das anschließende “Unter Geiern” mit “Be Aggressive”-Zitaten, ja Faith No More, dagegen ist ein Böllerfaktor im Quadrat, Lieder wie “Treck der Toten” und der Titelsong, das Album-Highlight “Heute Jäger, morgen Taucher” und das bereits bekannte “Silberblick und Scherenhände” dagegen sind Hits, Hits, Hits. Und sie alle kann man sich AB HEUTE kaufen. Zum Beispiel bei finestpascowvinyl.de. Sollte man auch tun, muss man tun. Famoses Album! Famose Live-Band: 27. April, Docks. Wir präsentieren. (mf)

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