The Strumbellas. Moment. Gastierten die nicht vor rund zwei Jahren im Mojo Club? Ja, genau! Doch damals begeisterten sie das Publikum nicht nur unter anderem mit ihrem Hit “Young & Wild”, wir trafen Dave und Izzy vor der Show auch zum Interview! Aber: Gut Ding will eben Weile haben! Und obendrauf kommen The Strumbellas jetzt wieder und spielen am 19. März mit The Green Apple Sea im Molotow. Ein perfekter Anlass für drei Fragen. Endlich …

(1) Ihr habt 2009 eine EP und in den letzten fünf Jahren drei Alben veröffentlicht. Habt ihr ein paar Meilensteine in eurer Karriere bemerkt, wie zum Beispiel die Veröffentlichung von “Spirits”? Der Song ist hier echt eingeschlagen! Fallen euch ein paar Dinge ein?
Izzy: Ich denke schon. Um zu beginnen, würde ich sagen, der erste Meilenstein ist wohl der, wenn du jemanden in der Menge siehst, der deine Musik singt und du ihn nicht mal kennst (beginnt zu lachen). Da bist du erstmal baff! Ich glaube mit unserem ersten Album haben wir Läden mit 150 Leuten ausverkauft. Und dann wurden es mit jedem Album immer mehr Leute. Erst um die 150 Besucher, dann 500 und dann bis zu 1200! Wir wurden zuerst nur in lokalen Radiosendern in Kanada gespielt, jetzt sind wir bei “Rock Radio”! Man arbeitet sich durch die Heimatstadt, wo man die Radiosender kennt, wo du den ausverkauften Club kennt, du kannst es dann echt sehen, da war es voll! Und dann, ganz klar, als das alles explodiert ist, vor allem in Amerika und in Europa! Da haben wir vorher in Läden gespielt, in denen niemand war und dann kommen wir zurück und spielen auf einmal vor großem Publikum. Das ist ein großer Unterschied!

(2) Was unterscheidet das Publikum hier in Deutschland von dem in Kanada?
Dave: Wir finden, dass das Publikum hier sehr respektvoll ist! Das Publium in Kanada ist manchmal rowdyhaft unterwegs, betrunken, oder auch nur am quatschen, was toll ist! Ich meine, wir lieben unsere kanadischen Fans und das ist auch, was wir von einem Publikum erwarten! Wir sind eine kanadische Band und es macht Spaß solch eine Energie mitzuerleben! Aber wenn wir nach Deutschland kommen, ist es eine sehr kühle Art von Stimmung. Weil die Fans während unserer Songs sehr still sind. Als wir zuerst hier waren, dachten wir: “Oh, sie mögen uns nicht, oder sie sind nicht aufgeregt, haben keine gute Zeit”, aber es stellte sich heraus, dass sie nur gerne zuhören, sie mögen einfach Musik! Und sie hören gerne zu, also ja, das war eine echt andere Erfahrung, aber wir mögen das!

(3) Bevor ihr in das musikalische Abenteuer, mit dem Namen “The Strumbellas”, eingetaucht seid, was habt ihr da gemacht und wie habt ihr Simon Ward getroffen?
Izzy: Wir haben beide Simon auf “Craigslist” getroffen. Wir waren die ersten Leute, die sich auf die Anzeige von Simon auf “Craigslist” gemeldet hatten. Weißt du, was das ist?
Nein.
Izzy: 
Es sind Online-Inserate.
Also ist es so ein bisschen wie das, was bei “The Killers” passiert ist? Nur das es da in einer Zeitung war.
Izzy und Dave:
Ja!
Izzy: Es ist quasi die Online-Version davon. Also es war so: Simon hatte gepostet, dass er Bandmitglieder sucht und seine MySpace-Seite verlinkt, weil, nun ja, das ist ja auch neun Jahre her. Also haben wir uns auf die Anzeige gemeldet.
Dave: Genau, wir haben uns als erste gemeldet. Am Anfang waren da eine Menge Leute. Ich glaube, da waren zehn oder zwölf Leute, langsam wurden es weniger und dann haben wir noch ein paar Leute aus Simons Heimatstadt dazugeholt. Eine kleine Stadt in Kanada. Ja, und so wurden wir die Band, die wir heute sind.
Das hört sich einfach an.
Izzy: Das brauchte neun Jahre Entwicklung.
Dave: Bevor ich in der Band war, hatte ich ein wissenschaftliches Forschungsdoktorat in englischer Literatur gemacht und was hattest du noch gleich gemacht?
Izzy: Ich habe etwas mit Kartographie und Ökonomie gemacht. Also habe ich mich in verschiedenen Bereichen bewegt.
Also seid ihr in ein total anderes Leben gewechselt!
Izzy: Ja, total. Wir hatten alle unser eigenes Ding und die Musik war so eine Nebensache oder auch Hobby. Und dann hat sich das langsam verschoben. Jon war ein Journalist, Darryl, unser Bassist hat in der Golf-Industrie gearbeitet, Simon war ein Lehrer und Dave war in der Universität, wir haben alle verschiedene Dinge gemacht. In den letzten Jahren sind wir dann langsam dazu übergangen, Vollzeit-Musiker zu sein.

Interview: René Biernath

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