Irgendjemand, den ich einmal als Freund wähnte, überbrachte mir jüngst die Botschaft von Niels Freverts neuem Lied. „Tierisch schön, hör‘ dir das sofort an“, kalauerte es mir zu „Leguane“ hart ergriffen entgegen und ich fühlte kurze Zeit später eine mittelschwere Leere in mir. Darüber hinaus quälte mich für Sekundenbruchteile die eigentlich vollends unzulässige Frage, ob „Leguane“ nun ein echter Frevert sei oder eher ein irrlichternder Hinweis darauf, dass auf seinem kommendem Album „Putzlicht“ eben genau das geschieht, was uns das Ende einer langen Nacht in irgendeiner Kneipe deiner Wahl widerfährt: Grelle Lichtscheiße, ungnädige Wahrheiten und überhaupt immer exakt das Gegenteil von dem, wie es sich eben noch anfühlte.

Ein plötzliches Putzlicht per se schmeckt ja sowieso seit jeher eher wie Grönemeyers angebrannter Kopfsalat, denn wie das vollendete Werk eines  „Emotionalisierungsrhetorikers“, wie Niels Frevert vom Label Grönland Records so vortrefflich nebulös kategorisiert wird. Und natürlich kennt kein Putzlicht dieser Welt auch nur annähernd Gerechtigkeit im Timing, sondern kommt wie früher Mutti mitten im pubertären Nachmittags-Hausaufgaben-Fick mit selbstgebackenem Mürbeteig ins Zimmer gepoltert. Oder schmiert dir mit feucht züngelndem Finger den obligatorischen Fleck von der Wange. Aber wir schweifen ab, denn schon längst ersehnt sich Niels Freverts Gefolgschaft derweil nichts sehnlicher als ein neues abendfüllendes Programm: „Leguane“ wird als Bote sein Versprechen auf „Putzlicht“ halten. Bis zum 19. Oktober im Mojo und sehr weit darüber hinaus (concert-news präsentiert). (kel)

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