Wie mich dieser Bandname seit Wochen hart nervt auf diesem Facebook: The Düsseldorf Düsterboys an jeder Ecke zwischen dem digitalen Hier und Jetzt und meinetwegen Meppen oder Mönchengladbach. Das wird man wohl doch noch sagen dürfen, oder? Und dann kommen die von Staatsakt auch noch mit „Nenn mich Musik“ um die Ecke, das heute erscheint. Muss das? Ja. Das muss.

Denn seit mindestens Reinhard Mey in den Siebzigern hat niemand mehr so lässig mit der wirklich allerletzten Zigarette zwischen zwei abgekauten Fingerkuppen vor dem ins Bett gehen an lichterloh brennenden Lavalampen hantiert. Oder ist Schalke 04-Fans mehr auf die Nerven gegangen als Patrick Anderson im Volkspark. Wir driften ab.

Also anders aufgerollt: The Düsseldorf Düsterboys sind Peter Rubel und Pedro Goncalves Crescenti mit Edis Ludwig am Schlagzeug und Fabian Neubauer an Orgel und Klavier. Ein Quartett, das in sechzehn Kapiteln irgendwo im zweispurigen Gegenverkehr Chanson und Chor frontal aufeinanderprallen lässt, ohne auch nur eine Sekunde Lärm dabei zu erzeugen. Wenig überraschend vielleicht, dass wir hier von einem exklusiven Wahrnehmungs-Zeitfenster sprechen, das zwischen halb vier Uhr nachts und halb sechs Uhr morgens geöffnet hat. Täglich und sonst nie. Dazu gereicht werden: So ein zuckerfreier Asche-Alkohol-Mix ohne Glamour, der gefühlt ohne jede Hoffnung auf ein zeitnah folgendes „Edward Hopper“-Katerfrühstück auskommt. Oder wo liegt eigentlich dieses Toastbrot im Regen rum, wenn man es wirklich einmal braucht? The Düsseldorf Düsterboys Album hier, bei den Finest Vinylboys. Live: 13. November | Aalhaus (kel)

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