Ja. Das Album erscheint nicht heute, es kam Ende Oktober. Aber hey, Weihnachten, Gring, Weihnachtsgeschichte, Geister. Und obendrauf geht dieses Album jetzt und ein paar Wochen, muss gehen, wird gehen. Album dieser, der letzten und der nächsten Wochen.

Denn: Magne Furoholmen ist eigentlich Keyboarder, Gitarrist und Songwriter von A-ha. Genau jetzt ist er aber auch (mal wieder) Solo-Artist und … Kritiker! Quasi ein Protestsänger. Gegen Weihnachten. Sein neues Album heißt dann auch nicht nur “White Xmas Lies”, seine Lieder tragen Namen wie “The Light We Lost”, “The Ghost Of Xmas Past” oder “The Season To Be Melancholy”. Klingt dunkel und klingt auch dunkel, bis auf wenige Ausnahmen kommen die Songs düster bis dunkler, schwer, ruhig, tatsächlich melancholisch. Aber dabei, hey, der Mann ist einer von A-Ha!, auch ziemlich schön. Wunderschön manchmal. Und manchmal natürlich, sogar herrlich oft auch mit A-Ha-Note, alles andere wäre doof.

Die Klaviere in “A Wintry Silence” zum Beispiel, nicht nur das Intro vom “Revelation Song” oder der Refrain von “The Light We Lost”. Auch klasse: das herrlich wortverspielte “A Punch-Up On Boxing Day” oder das 80er Popstück “Differences”. Dazu gibt es noch eine Cover-Version von Ray Davies sowie eine sensationelle Version von AC/DCs “Hells Bells”. Tiefschwarz, back in black, komplett anders und so bedrückend wie beeindruckend. Auf einem wahrlich beeindruckendem Album. (mf)

Magne Furoholmen selbst sagt übrigens dazu: “Ich habe das Glück, eine Familie um mich zu haben, aber für viele Menschen ist Weihnachten eine harte Zeit und weckt eher Erinnerungen an Verlust, Sehnsucht und verkrüppelnde Einsamkeit. Ich wollte versuchen, ein Album zu machen, das auch für diejenigen von Bedeutung ist, die außerhalb unseres kommerziellen Weihnachtsrummels existieren – ein Album, das die melancholischeren, dunkleren Seiten von Weihnachten betrachtet: zerbrochene Familien, Dinge, die wir unter den Teppich kehren, verborgener Groll hinter falschem Lachen – eher ein Album für die echte Einkehr zu den Feiertagen als nur sentimentale Dekorationsbeschallung.  Ich schäme mich, Teil eines Weihnachtsfestes zu sein, bei dem es heutzutage anscheinend hauptsächlich darum geht, immer mehr Kram zu kaufen, den niemand braucht oder auch nur wirklich will… eine schleimige, oberflächliche Feier, die im krassen Kontrast zur ursprünglichen Weihnachtsbotschaft von Hoffnung, Nächstenliebe und Mitgefühl steht.”

PS: Am 03. November spielt  Magne Furoholmen mit A-ha in der Barclaycard Arena

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