Jahrworte: Algiers

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Algiers sind irgendwie ja immer draußen. Nicht nur mit dem neuen Album „There Is No Year“, sondern auch den ersten Clubauftritten 2020. Zeit also für eine kurze Presseschau: Die „Stuttgarter Zeitung“ beleuchtet schwarz auf weiß ein paar nicht zu verleugnende Rassismus-Tatsachen und stellt darüber hinaus Fragen ob und warum vielleicht gar nicht so häufig „Menschen dunklerer Hautfarbe Cembalo oder Harfe“ spielen oder auch nicht. Das alles (nicht nur) im Kontext höchst politischer Algiers-Indie-Hymnen wie „Disposession“.

Auch die „TAZ“ erzählt von „vergifteten Komplimenten“, mit denen sich Algiers-Sänger Franklin James Fisher regelmäßig konfrontiert sieht. An der  „Postpunk-Dekonstruktion von ethnischer und klassenorientierter Politik“ würde man sich gerne in der Berliner Redaktion weiter abarbeiten, scheitert aber an der Verschlossenheit der Band. Die Wiener „Die Presse“ behilft sich mit einem Fazit, das Algiers einerseits „glühendes Ofenscheit“ attestiert, ein bisschen aber Lösungen und Visionen vermisst.

In der Gemengelage jedoch sind sich fast alle BeobachterInnen einig: Algiers hinterlassen tiefe Furchen, erzeugen synthetische Störgeräusche und schaffen noch mehr Platz. Aufräumen sollen danach ruhig andere. Algiers | Knust | 21. April 12. Oktober | concert-news präsentiert (kel)

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