…on Valentinesday. Uns ist egal ob ihr frisch verliebt, längst gelangweilt durch Alltagsbrei oder mutterseelenallein seid, Hauptsache ihr feiert diesen (Konsum)Tag der Verliebten nicht inmitten von Rosenblättern und Kerzen, auf dem Sofa vorm Fernseher oder mit den Briefen der Ex-Liebschaften. Nein, ihr sollt, ihr müsst diesen besonderen Tag mit Johannes Sigmond alias Blaudzun und seinen herzerweichenden Songs verbringen (14. Februar im Knust). Wir jedenfalls haben unser Herz an ihn verloren.
Seit vorletztem Jahr macht der niederländische Blaudzun von sich reden … Immer wieder geisterte er durch Indie-Festival-Foren, immer wieder wurde gefordert, ihn einzuladen. Eine ausgiebige Deutschlandtour folgte zwar nicht, doch konnte man ihn auf dem Reeperbahnfestival erleben (wenn man viel Geduld, Nerven und ein Sauerstoffzelt mitbrachte). Mit seiner markanten – mal kräftig, mal zittrig – Stimme unterstreicht Blaudzun den mal minimal gehaltenen mit Ukulele gespielten und mal orchestralen opulenten Sound zwischen Folk, Amerikana und Pop, der zwar gern mal bei Arcade Fire anklopft, doch aber für sich ganz allein steht. Bereits auf zwei Alben schaffte Blaudzun durch eben jenen Sound und ein schönes, teils geheimnisvolles Songwriting eine verletzliche, aber ebenso kraftvolle Stimmung und lässt als Geheimtipp die Indie-Herzen höher schlagen. Nun erschien 2012 sein neuestes Werk.
“Flame on my head” gleich der erste Song auf “Heavy Flowers” prophezeit, was da vor einem liegt. Eines dieser Alben. Diese raren Alben, in die man sich nicht erst reinhören muss. Sie zündet direkt, die Flamme und spätestens bei Track 3, dem Namensgeber, brennt man lichterloh. Ein Album, mit dem man fortan alles macht, Bahn fahren, abwaschen, kochen, einschlafen, aufwachen. Umso schöner festzustellen, dass es nicht das erste, sondern insgesamt dritte Album des Niederländers ist. Es gibt also noch mehr zu entdecken, aber erst nach vielen Stunden, Tagen, Monaten “Heavy Flowers”. Um es anders zu sagen: “Does it look I’ve got a flame on my head?” – YES, it does! Mit brennenden Herzen frönen wir am 14. Februar im Knust diesen Klängen, kommt mit und lasst uns zusammen brennen! (ms / mh)