Lässig lehnt Kalle Mattson, der Hauptact des Abends, gegen den Türrahmen gelehnt, der in der Knust Bar zur Garderobe führt und lauscht seinem Support. Dabei nickt er einem grüßend zu. Meine Erinnerungsmühle geht an, ich brauche einen Moment bis ich weiß “Achja, das ist ja Kalle Mattson”. Ein bissl unscheinbar wirkt er, schüchtern…auch später auf der Bühne merkt man ihm seine Aufgeregtheit an. Doch eigentlich hat er gar keinen Grund dafür, denn das was er seinem neuen Album “Someday The Moon Will Be Gold” musikalisch zeigt, kann durchaus als eines der schönsten Alben des Frühjahrs gefeiert werden.

Obwohl er erst seit vier Jahren selbst Songs schreibt, hat er bereits zwei Langspieler und eine EP in seiner Heimat Kanada veröffentlicht und das Video “Water Falls” zum Song von seiner “Lives In Between”-EP hat auf seinem youtube-Kanal über 200 000 Zugriffe.

Sein neues Werk “Someday The Moon Will Be Gold” ist ein heißer Dauerrotations-Anwärter auf diversen Kanälen, denn schon der Einstieg ins Album “An American Dream” ist absolut ohrwurmverdächtig, lässt einen beschwingt und fröhlich pfeifend durch die City laufen. So hell und fröhlich das Album anfing, schlägt der Kanadier im zweiten Song “Darkness” melancholische ruhigere aber nicht weniger schöne und hängenbleibende Töne an. Die Melancholie wird von wunderschönen Trompetentönen unterstrichen, die sein Bandmate J.F. Beauchamp eingespielt hat und sich durchs ganze Album ziehen, welches dennoch mit einer Vielfältigkeit besticht, die an die eines Ryan Adams erinnern lässt. Zwar bewegen sich die Texte um die schönen und weniger schönen und traurigen Dinge – das Coverartwork stammt von seiner verstorbenen Mutter – dennoch schwingt auf “Someday The Moon Will Be Gold” ein unbändiger Optimismus mit, der einen selbst bei Titeln wie “Hurt People Hurt People” lustig mit dem Kopf schwingen lässt. Auch wenn die Töne in manchen Songs leiser und nachdenklicher werden, bleibt dieses Gefühl.

Mal selig seufzend, mal kopfnickend und grinsend lässt Kalle Mattson einen mit dieser ziemlich erwachsenen musikalischen Schönheit zurück, die selbst schon die New York Times und Pitchfork entdeckt haben. Musik die den Frühling nicht besser einläuten könnte und die Vorfreude auf das am 28. April im Knust stattfindende Konzert groß werden lässt. Das ist nicht nur auf Platte wunderschön, auch live besticht Kalle mit Authentizität, Humor und überaus musikalischem Können. Toll! (ms)

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