livekritik.de präsentiert den Chor des Monats: April.

April, April, der weiß nicht was er will!? Wir wussten genau, was wir wollten und haben uns in’s Vergnügen gestürzt. Hier die Ergebnisse – kurz und knackig:

*** Monster Truck (4.4., Logo) Uuuh yeah Baby, da hört man noch, aus welchen Zutaten der Rock gemacht wird. Die Retrorocker aus Kanada hatten zuletzt den etwas undankbaren Job vor einem fast leeren Docks für Vista Chino zu eröffnen, doch diesmal konnte für sie als Headliner im Logo nichts schiefgehen. Bilanz des Abends: Ausverkauft, dehydriert, abgerockt, glücklich. Galt für Crowd UND Band. (ds) *** Kurt Vile (5.4., Hafenklang) Wenigstens ein oder auch zwei Songs hätte der Anti-Held im Stehen spielen können. Wer nicht in den ersten Reihen stand, hatte Pech, denn Kurt saß. Erinnerte so und mit seinem Outfit zwar an einen alten Grunge-Helden, aber dafür zu akustisch. Schön aber irgendwie lahm. (tk) *** Kurt Vile (5.4., Hafenklang) Sich für die letzten Karten (30 gab es noch) an der Abendkasse anzustellen, lohnte sich. Vile schafft es auch ohne Band seine Lieder vor einem so auszubreiten, dass man sich gerne einwickeln lässt. (cp) *** Game Ove & Helgen (7.4., Goldfischglas) Ove ist ja bereits ein Blogbekannter hier und macht heute den Support für seinen Gitarristen und dessen Livedebüt mit seiner Band Helgen. Ove nutzt die Chance und testet neue Songs aus, die im zu lauten Publikum leider etwas untergehen. Sowieso: Warum gehen solche Menschen auf eine Acoustic-Session? Nun ja. Dann Helgen: Songs, wie „Ich will den Leuten sagen, dass ich sie scheisse finde“ erinnern in Sound und Wortwahl durchaus an die frühen Tocotronic in ihren ruhigeren Stücken. Spätestens mit der hinreissenden Geschichte „Bagger“ hat Helgen alle Herzen auf seiner Seite. Mehr bitte! (nsc)

*** Metronomy (7.4., Gr. Freiheit 36) Metronomy sind seit ihrem Ausflug an die “English Riviera” mitten im Mainstream gelandet, dementsprechend hat auch das Publikum leider etwas an Energie verloren. Aber die Band ist hervorragend wie eh und je, die Lieder sowieso. (cp) *** Wild Beasts (7.4., Knust) Biester wie sie im Buche stehen, mit Biesterbeats direkt ins Herz. Die sympathischen Frontmänner erinnern ab und an an Dave und Martin aus den 90ern. Danke. Beobachtenswert: MONEY aus Manchester, die als Vorband schon Zugabe-Rufe bekamen. (tk) *** Bilderbuch (9.4., Indra) Seit die Band vor einigen Monaten ihre Feinste Seide-EP veröffentlicht hat, hat sich viel getan: Das Indra ist voll und die – Achtung Mörderwortspiel – österreichischen Pixis geniessen die Aufmerksamkeit. Nebenan im Gruenspan spielt Jan Delay, doch auf die Frage, wer lieber dort wäre, rührt sich genau niemand. Der Knaller „Maschin“ wird gleich zweimal gespielt, zweimal genossen, zweimal abgefeiert. Großer euphorischer Abend und beim Reeperbahn Festival die nächste Chance, diese tolle Band zu sehen. (nsc) *** Blood Red Shoes (12.4., Uebel & Gefährlich) Schwer zu sagen, wie das englische Indie Duo wirklich war, denn von meinem Standort aus, in der hinteren Hälfte des Ladens nicht weit vom Mischer, war der Sound zum davonlaufen. Was ich dann irgendwann auch getan habe. Es war so pervers laut, dass alles zu einem klirrenden Brüllbrei verschmolzen ist. Schade. (ds)

*** Husum Harbour Festival (12.+13.04, Husumer Speicher) Alle Jahre wieder Auswärtsspiel: Das Husum Harbour hat in Musikerkreisen im vierten Jahr einen exzellenten Ruf und kann dadurch mit Namen, wie Die Höchste Eisenbahn und der Alin Coen Band aufwarten. Bands die sonst deutlich grössere Venues spielen also. Letztere wirkt allerdings ein wenig deplatziert, was man auch am starken Besucherschwund während des Auftritts merkt, aber beim Rest der Performances sind alle dabei: Die Höchste Eisenbahn in allerbester Laune, nur viel zu kurz, Town of Saints mit Gast Stefan Honig feiern am Ende im Publikum mit den Besuchern und die Acoustic Session am Sonntag mit Dangers of the Sea darf wohl als Highlight des Wochenendes bezeichnet werden. Entdeckung des Husum Harbour 2014 aber war Opener Lost Name. Von dem wollen und werden wir noch viel hören. (nsc) *** Mighty Oaks (14.04., Uebel & Gefährlich) Zeitweise glaubte ich mich auf einem Boygroup-Konzert zu befinden: Vor Entzückung quietschende und in Ohnmacht fallende Mädchen, die Securities reichen Wasser für die ersten Reihen und alle Texte werden brav mitgesungen. Doch die Mighty Oaks-Jungs nehmen es gelassen und sind noch immer überrascht über ihren Erfolg. Schönes Konzert mit “Driftwood seat” als perfekten Abschluss. (dr) *** The Strypes (15.4., Uebel & Gefährlich) Was an diesem Abend am meisten beeindruckt, ist die unglaubliche Bühnen-Präsenz der vier Bubis aus der irischen Provinz. Das Publikum, eine faszinierende Mischung aus jungen Mädchen und alten Herren, dankt es. (cp)

*** Prong (17.4., Knust) Wo soll ich anfangen… es war so geil. Prong sind nun auch schon ein viertel Jahrhundert oder so am Start und ballern immer noch Metal mit einer Wucht und Dynamik raus, dass es die reine Freude ist. Die Setlist war perfekt zusammengestellt und das kleine Knust hat mit ganz großem Sound mal wieder zum perfekten Abend beigetragen. (ds) *** La Luz (18.4., Astra Stube) Sind die immer so? Oder ist das schon Tourkoller? Wie auch immer: Was die vier Damen von La Luz hier in einer knappen Stunde abgeliefert haben, gehörte zum unterhaltsamsten, was ich seit langer Zeit auf einer Bühne gesehen habe. Sehr lustig auf der einen, auf der anderen Seite aber auch musikalisch versiert und überzeugend dargeboten. Und auch wenn ich mich da wiederhole: Wenn Tarantino die für den nächsten Soundtrack nicht auf dem Zettel hat, dann weiss ich auch nicht… (nsc) *** Drenge (19.4., Molotow Exil) Jungs, das war laut! (cp) *** Eagulls (22.4., Hafenklang) Feinster Post-Punk, den in Deutschland noch zu wenige auf dem Zettel haben. (cp)

*** Public Service Broadcasting (24.4., Prinzenbar) Die eigenartige Mischung aus Gitarre, Elektronik und Found-Footage-Schnipseln funktioniert live überraschend gut – es wird sogar getanzt! (cp) *** Peter Doherty (25.4., Golem) Für Fans ist die zerbrechliche Live-Performance eine wahre Freude, die auf Grund eines von Peter aus Versehen über dem Verstärker entleerten Moscow Mules viel zu früh endet. Alle anderen schütteln wohl den Kopf angesichts seiner offenbaren Schwierigkeiten sich für die ersten paar Songs an Text und Akkorde zu erinnern. (cp) *** Death Vessel & Marissa Nadler (27.4., Aalhaus) Ganz schön viele Leute passen auf die kleine Aalhaus-Bühne. Gleich sechs sinds beim Support, den Death Vessel, die zwar musikalisch, aber stimmlich nicht so recht überzeugen wollen. Ganz anders Marissa Nadler mit ihren beiden Begleiterinnen: Cello, Violine und Marissa samt verschiedenster Gitarren. Und dann diese Stimme! Anfänglich wirkt Mrs. Nadler zwar etwas genervt, beinahe affektiert, aber mit verstreichender Zeit wurde es ein ganz wunderbarer Abend, bei dem das neue Album „July“ fast komplett gespielt wurde. Bonuspunkte unbedingt für den extrem guten Sound im Aalhaus. (nsc)

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