Am 29. Januar 2016 erschien “Nero”, das neue Album des in Missouri/USA aufgewachsenen Wahlberliners Ian Fisher. Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich über dieses Album etwas schreiben soll, denn ehrlich gesagt, bin ich nicht objektiv. Ich bin nicht objektiv, weil ich eine leicht negative Grundeinstellung gegenüber Countrymusik habe. Und ich bin nicht objektiv, weil ich sowohl den Live-Entertainer Ian Fisher als auch vor allem den Menschen Ian Fisher, so wie er sich mir in vielen Gesprächen offenbart hat, unheimlich schätze. Aber vielleicht lassen mich ja gerade diese Gegensätze wiederrum zu einem doch ehrlichen objektiven Ergebnis kommen.

IanFisher_AndreasJakwerth_37BW

Ian Fisher Leben findet seit vielen Jahren auf den Konzertbühnen Europas statt. Kaum einer hat in dieser Zeit eine solch große Anzahl an Liveauftritten absolviert. Sei es als Kopf der Band Junior, als Ian Fisher, Ian Fisher & The Present oder als Teil der Tour of Tours. Einen Wohnort hat er, wie er mir vor einiger Zeit erzählte, eigentlich nicht wirklich, aber wenn er sich einmal tatsächlich nicht auf einem Konzert befand, dann war er wohl in den letzten Jahren am ehesten in Wien oder Berlin anzutreffen. Die Folge dieses umtriebigen Lebens, dieses rastlosen Umherreisens, hat dann auch zu Nero geführt. Das Gefühl, einen Teil seiner Identität, seiner amerikanischen Wurzeln verloren zu haben und der Versuch, sich dieses mit der “Rückkehr” zur Countrymusik wiederzuholen.

Ob ihm dies gelungen ist, kann er nur selbst beantworten. Was ihm jedoch gelang, ist, ein Countryalbum zu schaffen, auf dem sich Countrymusik für mich persönlich so gut anfühlt, wie dies bei Country maximal möglich sein dürfte. Ian Fisher zeigt auf “Nero” immer wieder, dass eine großartige Stimme, ehrliche, direkt aus dem Herzen kommende Lyrics und wunderschöne Melodien einem Countrymusik wesentlich näher bringen können, als man es vielleicht zuvor gedacht hat.

Sei es in ruhigeren Songs wie dem Opener “Nero” oder auch einem klassischen Countrysong wie “Almost Darlin”. Ein kurzweiliges Album ohne wirklich schwache Momente, ohne die Augenblicke wo man zum nächsten Song skippen möchte. Ein Album, das man nicht nebenbei laufen lässt, sondern das einen zum Zuhören bewegt.

Ian Fisher ist ein Storyteller der alten Schule und Nero sind die Geschichten aus seinem Leben, die man sich anhören sollte. Am 12. März kann man das im Kukuun tun. Tickets gibt es wie immer bei der Theaterkasse Schumacher. (sm)

 

 

 

Share.

Leave A Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.