Wenn einem alle sagen, wie toll diese Band ist, wie toll dieses Album ist, wie toll das Konzert werden will … dann glaubt man das irgendwann. Und wenn man es sich dann anhört, dieses “Broken”, dann merkt man irgendwann: So ganz unrecht haben diese alle gar nicht. Friska Viljor sind gar nicht so langweilig, wie bisher angenommen. Oder nicht mehr?

Heute erscheint Album Nummer 7, “Broken”, ein Album über die Trennung, über schwere Zeiten von Friska Viljor-Sänger Joakim Sveningsson, ein Album, an das der Sänger selbst lange nicht geglaubt hat. “Nachdem meine Familie auseinanderbrach, sagte ich Daniel, dass ich keine Musik mehr machen will. Er antwortete: ‚lass uns keine voreiligen Schlüsse ziehen. Lass uns die Band auf Eis legen. In zwei Jahren wirst du wieder Musik machen wollen. Und zwei Jahre später sind wir nun hier.” Kollege Daniel Johansson hatte also Recht, schon auf dem letztjährigen Reeperbahn Festival tauchten sie unter falscher Flagge und als Shotgun Sisters wieder auf, jetzt musizieren sie wieder als Friska Viljor.

Und ja, verdammt, manches ist hier ziemlich langweilig, “Lights Out” zum Beispiel mag die einen zu Tränen rühren, andere spüren nichts, für andere ist das einfach nichts. Folk plus Ballade gleich ich skip mal weiter, auch “All Is Good” ist gar nicht good. Finde ich. Anderes dagegen: Wow. Ein “Trap” ist auch Folk, auch Ballade, aber mit ein bisschen Pop, ein bisschen mehr Leben in der Nummer, ein Hit. Am Boden dagegen, dunkel, bedrückend und tatsächlich übertrieben berührend kommt “Failure”, erfrischend anders und anders gut klingen die für Friska-Verhältnisse kraftvollen Indie-Songs “Unless You Love Me” und “Endless Life”. Das reicht sicher nicht für Endless Love, aber für eine durchaus gedrehte Meinung zu Friska Viljor. Ich bin gespannt, was am 14. Januar im Uebel & Gefährlich passieren wird … (mf)

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