Der 25. Januar wird ein gewichtiger Tag. Zwar spielen Die Türen erst am 1. Februar im Molotow. Sechs Tage früher aber bereits erscheint „Exoterik“, ein Feuerschlackenwerk aus Sauerkrautrock, postindustriellem Punk, orientalischer Glut, Dub, Disco, Drans Europa, Dilettanten und Diskurs. Soweit ein wenig der Essenz aus dem Waschzettel derer zu Staatsakt, dem Label aus den Spielen ohne Grenzen.

Neunzehn Tracks lang geht das, verteilt auf drei deepe Vinylplatten zwischen einer knappen Minute Spielzeit (sehr selten) über ein paar nur scheinbar kompakte Versuche bis hin zur zweistelligen Laufzeit. Wer nicht gleich mit dem schier endlosen, hypernervösen Finale „Irgendwo hingelegt“ beginnen möchte (also wie solche Menschen, die ihre Zeitung von hinten nach vorne lesen), hängt sich besser der Chronologie wegen mit an die Leine des „Welthundetag“. Inklusive hybridem Nachgeschmack aus zerkraulter Abhänge-Baumelei. Ihr werdet schon spüren, was ihr davon habt.

Zwischen alledem: „Miete, Strom, Gas“, als hätten Kraftwerk sich mit den Godfathers zum Engtanz verschlungen. Ließe sich den Siebzigern posthum ein Welthit implementieren, hier läge er bereit. Oder war es doch 1988? „Fiesta Antifa“ dagegen muss in einer blutigen Tropfsteinhöhle entstanden sein und hätte eine eigene Die Türen-Serie auf Netflix verdient. Das alles geht so weiter, bleibt anders, wandert durch ein Triptychon, atmet mehr aus als ein, verharrt, schleicht, kehrt im „Gasthof zur Eisenbahn“ aus und friert womöglich noch den nächsten heißesten Sommer ein. (kel)

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