Über fünf Jahre ist es nun her, dass wir Schmutzki als eine Band ist, die man kennen muss. bezeichneten. Fast fünf Jahre ist es nun her, dass wir Schmutzki genau drei Fragen stellten. Erst wenige Wochen ist es her, dass der sympathische Dreier aus Stuttgart ihre neue EP “Crazy” an den Start gebracht hat. Sechs Songs sind drauf, sechs Songs machen Lust auf ihre Show am 7. Februar im Uebel & Gefährlich. Sechs Fragen haben wir ihnen – in Person von Bassist Dany –  gestellt. Und drei noch dazu …

Warum eine EP und nicht gleich ein ganzes Album? Ungeduldig?
Ja! Wir hatten diese Songs und wollten einfach was raushauen, ohne uns dem ganzen Album-Stress auszusetzen. Es hat Spaß gemacht, so kurz und knackig zu arbeiten.

Was ist der Vorteil einer EP gegenüber einem Album?
Es geht schneller, ist nicht so ein ewiger Kampf und man kann sich auf die wenigen Songs wirklich konzentrieren. Natürlich ist es toll, acht Wochen im Studio an einem Album zu werkeln, aber wer kann sich das alle anderthalb Jahre leisten? Auch ist es schade, dass diese EPs von der Presse weitgehend ignoriert werden. In dieser schnellen Zeit sind sie eine gute Alternative zum Album, wo ja oft dann doch viele Songs auf den hinteren Plätzen in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Und was ist der Vorteil, wenn man nach und nach immer mehr selber macht, wie jetzt zum Beispiel die Promo?
Der Vorteil ist, dass wir ganz direkt mit den Leuten reden können und alles so sagen und machen können, wie wir wollen. Aber klar, ist auch mehr Arbeit und unser Netzwerk ist natürlich nicht ganz so groß. Man muss sich heutzutage aber schon Fragen, ob man sein ganzes Budget in eine Promoagentur investiert oder dieses Geld lieber für Fan-Aktionen oder Facebookwerbung ausgibt.

Was macht ihr sonst denn noch selbst und wo habt ihr Hilfe?
Was wir schon immer gemacht haben, auch beim großen Label, sind all die kreativen Dinge rund um Schmutzki: Die Songs, die Artworks, die Videos, die Aktionen, usw. Alles was du von Schmutzki gehört oder gesehen hast, haben wir selbst entwickelt. Heute machen wir auch noch die Promo, managen uns selbst und organisieren unseren Merch-Verkauf. Lediglich bei den Konzerten werden wir nach wie vor von KKT gebucht und das soll auch so bleiben!

Ihr schreibt im Presseinfo: „Die Nachwirkungen des Major-Deals, der letzte bittere Nachgeschmack vollkommen utopischer Versprechungen.“ Da muss man natürlich nachfragen – was war das los?
Naja, wenn du so einen Deal unterschreibst, hast du natürlich Träume und Erwartungen. Und auch das Label hat seine. Wenn sich dann rausstellt, dass alles nicht ganz so erfolgreich läuft, wie man sich das erhofft, kommt auf allen Seiten schnell Unzufriedenheit auf. Irgendwann haben wir uns dann selbst komplett hinterfragt und waren zeitweise richtig unzufrieden mit unserem Weg. Heute wissen wir, dass wir einfach am falschen Platz waren und in unserer, etwas kleiner Schmutzki-Welt, ganz viel richtig gemacht haben und uns immer auf unsere Fans verlassen können.

Was muss für euch ein Song von euch haben, damit er als Schmutzki-Song akzeptiert und veröffentlicht wird?
Er muss uns allen drei gefallen, er muss im Proberaum Spaß machen, er muss etwas Neues haben und er muss eine positive Message haben, das ist uns fast das Wichtigste!

Gibt es DEN Schmutzki-Sound?
Ich denke schon, dass wir mittlerweile einige Trademarks entwickelt haben, die wir bewusst und unbewusst immer wieder einbauen. Das ergibt sich einerseits aus unserer Art zu spielen und zu singen und andererseits aus der Dynamik innerhalb der Band, wo wir einfach eine Gewisse Vorstellung entwickelt haben, welchen Eindruck wir erzeugen wollen. Merkt man vor allem immer dann, wenn wir mal was ganz anderes probieren und schnell merken: Schön und gut, aber das ist nicht Schmutzki.

Nach so langer Zeit als Band: Was motiviert euch, immer weiter zu machen, neue Songs zu schreiben, zu touren? Und wie vermeidet man, dass man sich nicht wiederholt?
Wir wollen einfach am Ball bleiben und halten nicht viel von längeren Pausen. Jemand mit einem normalen Job macht ja auch nicht alle paar Jahre eine größere Pause. Was das wiederholen angeht: Ja, wir versuchen immer etwas neues zu erfinden, wollen uns aber auch nicht zu stark verändern. Auf unseren Konzerten wiederholt sich vieles, aber nicht weil uns nichts neues einfällt, sondern weil diese Songs und anderen Elemente einfach lieb gewonnene Rituale sind, die nicht nur unsere Fans sondern auch wir vermissen würden.

Was macht ihr eigentlich neben der Band?
Wir arbeiten nebenher, um das ganze finanziell etwas zu entspannen. Mal mehr, mal weniger, je nach dem was die Band zulässt. Ich bin immer froh, wenn es wieder richtig losgeht, dann hat man gute Gründe den Normalo-Job wieder schleifen zu lassen, hahaha!

Interview: Mathias Frank

 

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