Es ist Februar und langsam sind auch die Letzten im neuen Jahr angekommen. Noch immer sind die Tage kurz und die Motivation in den Winterblues-Mantel gehüllt. Resturlaub ist auch noch abzubauen und so kommt es, dass unsere Rückschau auf den zweiten Monat des Jahres etwas schmaler ausfällt:
*** Behemoth (2. Februar, Markthalle) Feuer, Qualm, Konfetti und Schminke – die polnischen Deathmetal-Giganten Behemoth fuhren in der ausverkauften Markthalle das volle Programm auf und ließen sich völlig zu Recht gnadenlos abfeiern. Da war es gar nicht so schlimm, dass Immortal-Legende Abbath mit seiner Band nur semi-gut supporte und nur noch halb schade, die viel zu früh spielende Entombed A.D. verpasst zu haben. (mf)
*** Daughter (3. Februar, Gruenspan) Sängerin Elena Tonra gibt sich gewohnt kühl und unnahbar, nur um in den Pausen wieder ihr schüchtern-bezauberndes Lächeln in ihr Gesicht zu zaubern. Offensichtlich kann sie es noch immer nicht fassen, dass sie in ausverkauften Clubs spielen. Muss sie auch nicht, ist so auch viel sympathischer. Daughter stellen ihr neues Album “Not To Dissapear” vor, aber die Hits des Debüts “If You Leave” dürfen natürlich auch nicht fehlen. (dr) *** Basement (21. Februar, Knust) Bisschen kurz war es und am Ende einfach so abzuhauen ist auch nicht ganz super, die 50 Minuten davor aber gehörten zum Besten, was man derzeit so auf der Bühne sehen darf. Basement feierten ihre Rückkehr mit alten Hits und neue Lieblinsgliedern – und ließen sich dafür im herrlichen vollen Knust massiv bejubeln. Sackstarker Abend! (mf) *** Hinds (27. Februar, Bitterzoet Amsterdam) Um den langen Februar gebührend abzuschließen, werden nochmal Erinnerungen aufgefrischt. Also auf nach Amsterdam. Auch ist es wieder ein kalter Tag, der dem Konzert vorangeht. Endlich im Club angekommen ist die Kälte aber schnell vergessen. Das Bitterzoet ist von innen wie eine Kirche in einem Gothic- Videospiel ausgeschmückt, rote Kirchenfenster, die nicht wirklich christliche Darstellungen abbilden. Schon mal was anderes. Man sieht die Mädels bereits durch den Club bummeln, dort eine Zigarette rauchen und dann geht es sehr pünktlich los. Der Abend wird mit ausgelasser Stimmung eröffnet, die sich durch den ganzen Auftritt zieht, besonders Carlotta wirkt sehr vergnügt und in Feierlaune. Die Vier lieben es auf der Bühne zu stehen, ein bisschen wird erzählt und alle sind glücklich. Da Hinds nur ein Album haben, ist das Vergnügen leider kurzweilig. Als der Vorhang fällt, kommt es einem so vor, als hätten sie gerade erst die Bühne betreten. Aber so ist das eben, wenn man mit dem Debüt tourt. Der quasi schon zu Beginn des Abends leer gekaufte Merch- Stand ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Tour zwischen Hamburg und Amsterdam ein voller Erfolg war. Eben wie dieser Abend. Musikalisch, wie auch menschlich. (rb)
