Sind Waterdown nun Hardcore oder nicht? Sind sie echt oder was, sind sie cool oder waren sie wichtig? Sind wir hier im Kindergarten?

Fakt ist, dass ihre ersten beiden Alben – “Never Kill The Boy On The First Date” und “The Files You Have On Me” – sensationell super, grenzenlos und beeindruckend waren und sind und dass sie nach diversen Line-Up-Änderungen und den Abgängen ihrer beiden Sänger Marcel und Ingo deutlich an Klasse und Besonderheit verloren haben. Nicht weil Zacken doof ist. Sondern weil es einfach nicht mehr Waterdown waren. Fanden wir, finden wir. Und finden auch die Jungs? Die machen jetzt jedenfalls Schluss (darüber sprachen sie mit uns bereits hier), spielen am 5. April im Rahmen ihrer Abschiedstour im Hafenklang und veröffentlichen heute ihre letzte Platte. Auf Vinyl.

Natürlich war die Erwartung jetzt und nach eher solideren EPs und Platten nicht mehr so riesig. Um so schöner ist es da doch, dass “Into The Flames” einfach rattenscharf geworden ist und an manchen Stellen tatsächlich ein bisschen an die Anfangszeiten der Jungs erinnert. Hart und Hardcore gibt es hier, Wumms und Wucht, klar. Aber eben hin und wieder gepaart mit klaren Gesängen, mit einer wundervollen Poppigkeit, mit sanften Spielereien und ganz vielen tollen Ideen. Eine Nummer wie “Saving Privat Honesty” tritt ja mal so was von Arsch. Zum Beispiel.

Später gibts dann sogar Chöre, Akkustik-Gitarren und Balladen und man meint, eine komplett neue Band zu hören. “Homecoming” sollen Waterdown sein? Oder “Anchor Lost”? Ganz ehrlich, das ist harter Tobak, das ist nah am alternativen Kitsch. Auf der anderen Seite dann klingen sie bei  “We Are Not The Children” oder “Get What You Give” auch wieder so verzweifelt wie angepisst, keifen und heulen und schreien. Was dreht sich da in meinem Kopf?

Acht Lieder haben es auf die letzte Platte gepackt, gefühlte zwölf Richtungen werden dabei eingeschlagen. Denn die Jungs haben hier einfach mal gemacht, was sie wollten. Ohne Rücksicht, aber mit ganz viel Klasse. Ein würdiger Abschluss. (mf)

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