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Erzählt doch mal: The Prosecution

Fröhliche Ostern? Sind sicher. Am Sonntag nämlich spielen The Prosecution als Support von Reel Big Fish im Knust und das wird ziemlich gut. Und fröhlich. Weil The Prosecution eben ziemlich guten Ska-Punk spielen.

Am 24. Mai dann kommt via Long Beach Records Europe auch ihr neues Album „At The Edge Of The End„, bei dem Dicky Barrett von The Mighty Mighty Bosstones den Song „Learning Life“ miteingesungen hat. Und dann ist da ja auch noch die so sympathische Sache mit dem Support für ProAsyl und Skate-Aid. Mensch, Simon, Du, Sänger, erzähl doch mal.

Erzähl doch mal über die Idee und den Ursprung und den Erfolg eurer Spendenaktion für die Organisationen ProAsyl und Skate-Aid. Warum gerade die und macht ihr das jetzt wieder? 

Wir kommen ja aus einer bayerischen Kleinstadt, da beziehst du automatisch sehr früh Stellung, wenn du keinen Bock auf Landjugend, CSU und den örtlichen Geflügelzuchtverein hast. Ich denke, das ist der Grund warum unsere Band schon immer politisch angehaucht war. Wir quatschen untereinander schon immer über Politisches, deshalb war das Flüchtlingsthema schon früh präsent für uns. Leider ist es aber in der Öffentlichkeit nicht präsent genug. Unser angeblich so weltoffenes Europa wird immer mehr zu einer Festung. Es wird wieder über Grenzkontrollen diskutiert, während rechtspopulistische Parteien vor Flüchtlingsheimen aufmarschieren. Das können wir nicht gutheißen. 

Da wir acht Musiker in der Band sind, gibt es natürlich viele unterschiedliche Meinungen, aber letztendlich gibt es immer wieder Themen die uns im Kollektiv richtig ankotzen. Durch Diskussionen entstand dann auch der gemeinsame Nenner und der Vorschlag was für ProAsyl zu machen. Auf dem Pfingst Open Air in Straubing 2012 sammelten wir dann schließlich so viele Pfanddosen, dass wir 2000 Euro an die Menschenrechtsorganisation spenden konnten.

Skate-Aid trifft unseren Nerv, weil wir selbst sehr viel Skateboard gefahren sind und einfach wissen, welche Power in dieser Sportart steckt. Genau diese Power nutzt Skate-Aid um vielen Kids eine Hilfestellung, Ablenkung wenn nicht sogar einen Ausweg aus einem Alltag voller Gewalt, Planlosigkeit und Kriminalität aufzuzeigen. Da kommen wir gar nicht drum rum das zu unterstützen.Musik und Aktivismus verbinden ist was tolles und macht uns Spaß. Deshalb: Klar machen wir solche Aktionen wieder und wieder. Im Mai fahren wir zum Beispiel zum Konzert der Toten Hosen nach Passau und helfen dort am Infostand von ProAsyl mit. Auch ein Benefiz-Konzert für ein Flüchtlingsheim in München ist geplant. Auf den Konzerten haben wir immer Spendenkassen für Pro Asyl und Skate-Aid dabei, und rufen auch auf der Bühne dazu auf, zu spenden.

Dann erzähl doch mal bitte was über „At The Edge Of The End“ – was gibts, was ist besonders, wer war mit dabei, wie kam es zu der Nummer mit Dicky Barrett von The Mighty Mighty Bosstones und wer muss sich das Ding unbedingt besorgen? Und wer vielleicht besser nicht?

„At The Edge Of The End“ ist unser zweiter Longplayer, welcher Ende Mai veröffentlicht wird. Das Ding ist wesentlich härter als unser erstes Album. Trotzdem finden sich wieder viele unterschiedliche musikalische Stilrichtungen auf dem Album.
Das Album beinhaltet unsere, spezielle Mischung aus Ska, California-Punk und Hardcore. 

Die Mighty Mighty Bosstones sind ja so etwas wie die Väter unseres Genres. Da war uns der Wunsch was mit Dicky zu machen sozusagen schon in die Wiege gelegt. Auch wenn wir nie damit gerechnet hätten, dass es klappt, haben wir es einfach mal angefragt. Nach ein paar Wochen und einigen E-Mails hatten wir dann die Spuren im Postfach. Als wir die Zusage von Dicky bekommen haben, haben wir natürlich erstmal ein Fest gefeiert. Das ist schon ein mächtiger Schulterklopfer für uns.

Besonders wird übrigens auch die Verpackung sein. Da haben wir uns was tolles einfallen lassen. Ich denke, wer es abfeiert, wenn Ska-Punk noch eine ordentliche Portion härter daherkommt als gewöhnlich, der wird unser neues Album sicher mögen.
Die Platte eignet sich super zum Party machen bietet aber auch einiges an Tiefgang. Freunde von Random Hand, Less Than Jake oder Anti Flag sind auch unsere Freunde! 

Und erzähl doch mal noch mal was über euch. So seit wann und wer und wo und was war und einfach alles, was wichtig ist.

Als Freunde, Kids mit E-Gitarre und Schlagzeug kennen wir uns schon seit Ewigkeiten. Der Bandname entstand vor über einer Dekade im zarten Alter von 12 Jahren. Aufgrund der damals mangelhaften Englischkenntnisse, verdanken wir unseren Bandnamen einem Wörterbuch und einem ausgeklügeltem Zufallssystem.

So sind wir in unserem kleinen Heimat-Städtchen in der Nähe von Regensburg an und mit der Musik gewachsen. Aus Punkrock wurde Ska-Punk. Und seit ein paar Jahren ist das ganze jetzt mehr als nur ein Hobby. Es hat sich alles stetig gesteigert. Mittlerweile haben wir so gut wie jedes Wochenende Konzerte und können uns zu den live-aktivsten Ska-Punkern in Deutschland zählen.


Erzähl uns Hamburgern bitte mal deine Erfahrungen mit uns, wie war es bei uns und was haste so gemacht hier? 

Immer wenn wir im Norden spielen, versuchen wir Euren von uns geliebten Dialekt nachzuahmen. Da wir das nicht können hört sich zwar scheiße an, macht aber unglaublich viel Spaß, vor allem wenn wir angetrunken sind …
Leider haben wir bisher noch nie direkt in Hamburg gespielt, wir sind aber schon 1000 mal vorbeigefahren, da wir schon öfter in Lübeck, Kiel, Flensburg etc. waren. Meine eigenen Besuche in Hamburg haben immer einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich mag die Sprache und die gelassene Art der Menschen. Und natürlich die schönen Kneipen.Das Astra schmeckt mir – auch wenn ich jetzt damit ein Endorsement bei meiner lokalen Brauerei für immer aufs Spiel setzte – besser als die Biere hier in Bayern.

Erzähl doch mal, was du dir von einer Tour mit Reel Big Fish erwartest, worauf du dich freust und worauf wir uns freuen können. 

Wenn wir unterwegs sind, kann ich immer den öden Alltagstrott zu Hause lassen. Das ist wohl eins der schönsten Dinge am Touren. Und klar, die Tour mit Reel Big Fish ist eindeutig eine gute Chance unsere Musik einer größeren Masse zu präsentieren. Ich freu mich, mit den Jungs eine Bühne zu teilen die so großartige Nummern wie „Don´t Start A Band“ geschrieben haben. Unser Drummer ist mit diesem Spruch auf dem Shirt oft in die Bandprobe gekommen. Gut, dass wir das nicht ernst genommen haben, haha!

Außerdem hoffe ich, dass ich mir nicht wieder die Schulter ausrenke, wie bei meinem ersten Konzert von Reel Big Fish. Ihr könnt euch ganz klar auf einen Abend mit großer Ska-Sause, Tanz und sehr, sehr viel Spaß freuen.

Interview: Mathias Frank


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